Benediktbeuerns Basilika akut einsturzgefährdet

von Redaktion

Schwere Schäden zufällig entdeckt – Gotteshaus kann bis mindestens 2026 nicht mehr genutzt werden

An der Basilika am Kloster Benediktbeuern wurden größere Schäden festgestellt. © Arndt Pröhl

Benediktbeuern – Die Basilika in Benediktbeuern im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist akut einsturzgefährdet. Das stellte sich zufällig heraus, als das Dach saniert wurde. Sonst hätte man vermutlich nicht entdeckt, dass das Gotteshaus in einem sehr schlechten Zustand ist, sagt Pfarrer Bernhard Stiegler. „Ich mag mir nicht vorstellen, was dann hätte passieren können.“

Als die Basilika in den 60er-Jahren das letzte Mal saniert wurde, ist eine Stahlbeton-Konstruktion errichtet worden, die das Gewölbe entlasten sollte. Und die ist jetzt zur Belastung geworden, wie der Pfarrer erklärt. Tragende Balken im Dachstuhl sind eingeknickt oder zersplittern. „Deshalb drückt diese Konstruktion jetzt aufs Gewölbe.“ An einigen Stellen ist bereits sichtbar, dass die Decke flacher wird. Die Außenwände und die Arkadenbögen beginnen, sich zu neigen. An den Mauern sind Risse zu sehen.

Die Sanierungskosten werden auf 6,8 Millionen Euro geschätzt. Die Versicherung wird 3,2 Millionen Euro übernehmen. Von den verbleibenden 3,6 Millionen Euro will die Diözese Augsburg 75 Prozent übernehmen. Auf die katholische Kirchenstiftung St. Benedikt, der die Basilika gehört, kommen also noch 900 000 Euro zu. Dafür muss sie ihre Rücklagen von 380 000 Euro aufbrauchen. Außerdem muss eine Wohnung im Dorf verkauft werden. Doch im Finanzierungsplan sind noch 465 000 Euro offen. Die Verantwortlichen haben nun eine Spenden-Kampagne gestartet. Die Basilika kann bis zur Sanierung nicht mehr genutzt werden. Selbst wenn alles nach Plan läuft, könnte das bis 2026 dauern. CHRISTIANE MÜHLBAUER

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