Eine Familie im Feuerwehr-Fieber

von Redaktion

ZDF-Dokumentation über Ehrenamtliche

Drei Frauen, eine Leidenschaft: Melanie, Lisa und Sophia Plitz (v.l.) bereiten sich auf den Einsatz vor.

Ottobrunn – Wenn ihr Piepser geht, schnellt bei Melanie Plitz das Adrenalin nach oben. „Da lässt man alles stehen und liegen und fährt sofort los“, sagt die 46-Jährige aus Ottbrunn im Kreis München. Sie war 1996 die erste Frau bei der Feuerwehr in ihrer Gemeinde. Inzwischen ist das nicht mehr so – auch, weil Plitz ihre Leidenschaft an ihre beiden Töchter Lisa (22) und Sophia (20) weitergegeben hat. „Die Feuerwehr ist kein Hobby, sondern eine Leidenschaft“, sagt Melanie Plitz.

Und irgendwie auch Familiensache. Denn auch ihr Mann Florian ist bei der Feuerwehr. Wer die Familie besucht, kann also schnell allein am Tisch sitzen, sollte der Piepser losgehen. Ihre Freunde haben sich längst daran gewöhnt. „Meinen 18. Geburtstag haben wir mit 50 Leuten im Garten gefeiert“, erzählt Sophia Plitz. Dann kam ein Einsatz. Etwa die Hälfte der Gäste war plötzlich verschwunden. Diese Kameradschaft, der Zusammenhalt und die Gemeinschaft sind das, was Melanie Plitz und ihre Familie an der Feuerwehr so schätzen. „Bei Einsätzen muss man sich zu 100 Prozent auf die anderen verlassen können.“

Mehrere Stunden pro Woche verbringt die Familie mit dem Ehrenamt. „Die Feuerwehr ist eine zweite Familie für uns, die wir nicht missen wollen“, sagen die beiden Töchter. Deshalb haben sie sich auch entschieden, nach der Schule in Ottobrunn zu bleiben. Sie wollen ihr Ehrenamt nicht aufgeben.

Vor Kurzem ist auch das ZDF auf die Ottobrunner Familie aufmerksam geworden. Der Sender macht eine Doku über die Vier. „Leben zwischen Alltag und Ehrenamt“ heißt sie. Dafür hat ein Produktionsteam die Feuerwehr Ottobrunn zehn Tage lang begleitet. Wenn es gut läuft, gelingt es Melanie Plitz mit ihrer Feuerwehr-Begeisterung nochmal andere anzustecken. So wie vor vielen Jahren bei ihren Töchtern.

LAURA FORSTER

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