Stau auf der Tauern-Autobahn: Wie hier an Pfingsten ging es auf der A10 lange nur langsam voran. © Michael Hudelist
Auf einer Strecke von 14 Kilometern zwischen Golling und Werfen werden in zwei Bauphasen fünf Tunnel saniert (lila markiert). © Grafik: ASFINAG
Golling – Gute Nachricht für bayerische Urlauber, die in Richtung Süden wollen: Der Verkehr rollt wieder flüssiger auf der Tauern-Autobahn im Salzburger Land. Zumindest theoretisch. Seit Samstagmorgen sind drei von fünf sanierten Tunnelröhren zwischen Golling und Werfen für den Verkehr freigegeben. Doch obwohl die Tunnel Brentenberg, Zetzenberg und Helbersberg wieder befahrbar waren, meldeten Verkehrssender um 11.30 Uhr wieder über zweieinhalb Stunden Anfahrtszeit zum Baustellenbeginn in Richtung Süden. Der Grund: Die beiden längeren Tunnel von Salzburg kommend, der Ofenauer- und der Hieflertunnel, sind noch einspurig.
Im Lauf der kommenden Woche werden alle Gegenverkehrszonen im 14 Kilometer langen Baustellenbereich zurückgebaut und der Verkehr wieder komplett auf eine Richtungsfahrbahn umgelenkt. „Am 28. Juni sollen dann ab den Morgenstunden der gesamte Baustellenbereich zurück gebaut und alle fünf Tunnel wieder zweispurig befahrbar sein“, sagt Hanspeter Treichl von der Asfinag. Die Freigabe könne nur schrittweise erfolgen, erklärt Treichl. Auch das Abbauen der Gegenverkehrsbereiche könne nicht innerhalb eines Tages geschehen.
In den bereits freigegebenen Röhren der Tunnelgruppe Werfen wurde erstmals auch ein neuer Bodenbelag aufgebracht. „Wir haben dem Asphalt das Mineral Ferrit beigegeben, das macht eine rötliche Färbung, und die wiederum erhöht die Lichtreflexion.“ Diese Färbung halte sich sehr gut und sei auch schon in Tunneln in Tirol erfolgreich verwendet worden. In den beiden längeren Tunneln brauche man diese Färbung allerdings nicht, sie „haben eine Betondecke, und die ist ohnehin heller“, so Treichl. Durch die Umstellung der Tunnelbeleuchtung auf LED-Lampen könne man zudem rund 30 Prozent Energie einsparen. In den Tunnelröhren werden nach dem Ende der Sanierung 2500 LED-Lampen verbaut sein.
Die Sanierung ist längst noch nicht abgeschlossen: Bereits am heutigen Montag gibt es eine neue Verkehrsverhandlung in der Bezirkshauptmannschaft. Dabei sollen mögliche Verbesserungen für die zweite Bauphase ab Mitte September besprochen werden. „Wir haben in der ersten Bauphase einiges gelernt, zum Beispiel dass wir das Tempo-Dosiersystem besser nutzen und das Tempo der Autofahrer schon weit vor der Baustelle mehr drosseln“, sagt Treichl.
Dass die Generalsanierung von insgesamt zehn Tunnelröhren nicht an einem Stück abläuft, sondern im Sommer unterbrochen wird, hat auch mit dem Tunnelsicherheitsgesetz zu tun, das Bauarbeiten ab einer gewissen Verkehrsbelastung verbietet. Geplant ist, dass Mitte September die zweite Bauphase startet. Zehn Monate lang bringt die Asfinag die noch nicht sanierten Röhren auf den neuesten Stand. MICHAEL HUDELIST