Die Polizei hat dieses Foto von einem Anhänger zu Fahndungszwecken im Fall Strigl veröffentlicht. © Polizei
Helmut Strigl, ein ehemaliger Lehrer aus Trugenhofen im Kreis Neuburg-Schrobenhausen, wird seit Jahren vermisst. © Polizei
Trugenhofen – Es ist einer der mysteriösesten Kriminalfälle Bayerns: Seit 2021 wird der Ex-Lehrer Helmut Strigl aus dem Ort Trugenhofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen vermisst. Das letzte Mal war er 2018 lebendig gesehen worden. Es gibt einen Verdächtigen, doch nicht genug Beweise. Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ könnte die Polizei jetzt einen Schritt weiter gebracht haben.
Im November 2021 hatte die Cousine des pensionierten Pädagogen den Mann bei der Polizei als vermisst gemeldet. Mindestens drei Jahre lang aber hatte niemand den als schrullig geltenden Pensionär vermisst. Das letzte Mal war der damals 64-Jährige am 25. Juni 2018 an seinem Wohnort in Rennertshofen bei Neuburg an der Donau lebendig gesehen worden. Ein Schornsteinfeger hatte damals bei ihm geklingelt. Strigl lebte alleine auf dem ehemaligen Bauernhof, den er von seinen Eltern geerbt hatte. Er pflegte so gut wie keine sozialen Kontakte. Als die Cousine Strigl als vermisst gemeldet hatte, durchsuchte die Polizei das völlig verwahrloste Anwesen. Doch es ergab sich kein Hinweis darauf, was mit dem Mann passiert ist.
„Er hat keinerlei Spuren hinterlassen“, berichtete Silke Poller, Kriminalhauptkommissarin der Polizei Ingolstadt in der ZDF-Sendung von Rudi Cerne am Mittwochabend. Die in dem Fall ermittelnde Beamtin geht davon aus, dass Strigl Opfer eines Verbrechens geworden ist. Die Fahnder hoffen, dass sie den Fall mithilfe der ZDF-Fahndungssendung aufklären können.
Strigl war erst wenige Monate vor seinem Verschwinden pensioniert worden – die Pensionszahlungen gingen jahrelang weiter auf seinem Konto ein, sie wurden aber „auf weitere Konten transferiert“, wie Poller berichtete. Dafür sei seine Unterschrift auf Überweisungsaufträgen gefälscht worden.
Es gab sogar schon eine Verhaftung in Zusammenhang mit dem Fall: Ein Mann, der für Strigl gearbeitet hat, wurde wegen Urkundenfälschung verurteilt und sitzt im Gefängnis. Er hatte jahrelang als Fahrer für den Lehrer gearbeitet, nachdem dieser seinen Führerschein abgeben musste. Er war betrunken mit 1,6 Promille am Steuer seines Autos erwischt worden. Dieser Mann hatte laut Polizei mit einem Bekannten auch ein Zimmer in Strigls Haus ausgeräumt.
Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich auf einen blauen BMW. Die Polizei will wissen: Wer hat das Auto zwischen Juni 2018 und Juni 2019 wo gesehen? Bis gestern Mittag gingen 30 neue Hinweise im Fall Strigl, der heute 70 Jahre alt wäre, beim Polizeipräsidium Oberbayern Nord ein. Ein Sprecher berichtet: „Eine konkrete, heiße Spur hat sich bislang nicht ergeben.“
Außerdem ist am Mittwochabend ein weiterer Fall aus Bayern behandelt worden. Vor sechs Jahren, im September 2018, ist im niederbayerischen Plattling ein Gastwirt überfallen worden. Drei maskierte Täter stürmten sein Lokal und raubten ihm die Einnahmen aus der Kasse und sein Handy. Die Räuber bedrohten ihn auch mit Messer und Pistole, im Gerangel wurde er durch einen Messerstich verletzt.
Nach dem erneuten Fahndungsaufruf der Deggendorfer Polizei sind fünf Hinweise zu dem brutalen Raubüberfall eingegangen. Eine ausgewertete DNA-Spur führt zu einem 49-Jährigen. Er wird nun per Haftbefehl gesucht.
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