Die Mütter haben am Freitag die Zeugnisse ihrer Buben an der Grundschule Hochbrück abgeholt. © Privat
Garching – Die Abschiedsfeier der vierten Klassen an der Grundschule Hochbrück in Garching endete mit einem Eklat. Auf dem Pausenhof feierte die ganze Schulfamilie – bis die Rektorin Edeltraud Feirer ihre Ansprache hielt. Darin sprach sie von einem „schwierigen Jahr“ und den „allerschlimmsten Jungen“, berichtet eine der Mütter, Betty Sommerer. Die Rektorin habe die Buben vor der versammelten Schulfamilie „blamiert“ und „gedemütigt“.
„Erst hat sie die Mädchen gelobt und dann die Jungen niedergemacht“, schildert auch Aysel Akdag, Mutter eines Viertklässlers. „Sie hat den Jungen vorgeworfen, sie hätten den Unterricht gestört und nicht zugehört.“ Akdag bat die Rektorin, das zu unterlassen. Feirer lenkte nicht ein, also hätten 22 Viertklässler, ihre Eltern und auch die Kinder der anderen Klassen die Feier verlassen.
Die Rektorin teilt auf Nachfrage der Redaktion schriftlich mit: „Bei den Buben mussten aus unserer Sicht die täglichen Regelverstöße benannt werden. Auch zahlreiche Sachbeschädigungen im Schulhaus zeugen von den Grenzüberschreitungen.“ Einige Viertklässler seien gegenüber ihren Mitschülern und Erwachsenen respektlos gewesen. Sie habe keine Namen genannt, so Feirer, und deutlich gesagt, dass es nicht jeden Buben im gleichen Maße betreffe.
Die Zeugnisse der Buben holten am Freitag deren Eltern ab. Sie hatten verabredet, dass ihre Kinder nicht noch einmal in die Schule gehen sollten, sie schrieben Entschuldigungen.
CHARLOTTE BORST