BRAUCHTUM
Bei großen Bauernhochzeiten war es früher Brauch, den ganzen Reichtum der Familie und des Brautpaares zu zeigen. Ein besonderes Schauobjekt war der Aussteuerschrank, den die Braut in die Ehe einbrachte. Am Hochzeitstag wurde er weit geöffnet, damit ihn die Gäste bewundern konnten. Er war gefüllt bis oben mit Flachs und großen, handgewebten Leinenballen, die meist von der Näherin gewickelt wurden. In das kleine Kunstwerk wurden gut sichtbar auch kostbare Wachsstöckl eingefügt, die an Lichtmess geweiht worden waren. Nicht fehlen durfte auch eine Heiligenfigur, meist der Namenspatron der Braut. Flachs und Leinen in großer Menge waren Teil der Aussteuer. Der Flachs wurde bei Bedarf zu Wäsche und Hosen verwebt. Die kunstvoll bemalten Schränke sind Zeugnisse der einstigen bäuerlichen Wohnkultur, man findet sie noch in einigen Heimatmuseen.
BAUERN- UND
WETTERREGELN
Viel August-Sonnenschein bringt guten Wein.
Fängt der August mit Donner an, er‘s bis zum End nicht lassen kann.