Gestern trafen wir eine Gruppe von elf Störchen. Agnes ist nicht schüchtern und kam gleich mit einem der Störche ins Plappern. „Seid ihr denn schon auf dem Weg in den Süden?“, schnatterte sie. „Nein“, klapperte der Storch. „Wir haben schon noch ein bisschen Zeit, aber so in zwei, drei Wochen werden wir losfliegen. Ist ja doch ganz schön weit bis Afrika. Dort werden wir nämlich den Winter verbringen.“
„Wie lange dauert denn euer Flug?“, quakte ich. „Etwa einen oder eineinhalb Monde lang“, klapperte der Storch. Ich verstand, was er meint – ein bis eineinhalb Monate lang. „Ich bin den Weg erst zweimal geflogen“, klapperte der Storch.
„Ist der Flug sehr anstrengend?“, quakte Klara. Der Storch wiegte seinen Kopf hin und her. „Es geht“, klapperte er. „Freilich kostet es Kraft, aber wir nutzen die warmen Aufwinde, und so können wir weite Strecken segeln.“ „Aufwinde?“, quakte ich, „was ist das?“ Der Storch erklärte uns, dass sich über dem Boden die Luft erwärmt, wenn die Sonne scheint. Weil warme Luft leichter ist als kalte, steigt sie nach oben und erzeugt also einen „Wind von unten“. „Oh, davon habe ich schon mal von einem Zweibeiner gehört“, schnatterte Klara. „Er hat erzählt, dass er in den Bergen war. Beim Absteigen ist ihm ein warmer Wind von Tal herauf entgegengekommen.“ „Ja, das ist wohl auch ein Aufwind“, klapperte der Storch.
Eure Paula