…bei Hannes Beims, Imkereifachberater.
Oberbayerns Imker haben mit der Amerikanischen Faulbrut zu kämpfen. Wegen der für die Bienenbrut tödlichen Tierseuche gibt es aktuell vier Sperrbezirke in Garmisch-Partenkirchen, Rosenheim, Bad Tölz und München (Schwanthalerhöhe). Hannes Beims ist Imkereifachberater beim Bezirk Oberbayern und erklärt, was es mit der Krankheit auf sich hat.
Was ist die Amerikanische Faulbrut?
Das ist eine bakterielle Erkrankung der Bienenbrut, die bei infizierten Larven tödlich verläuft. Das Bakterium zersetzt die Brut mit der Zeit zu einer schleimigen Masse. Damit geht einher, dass sich die Bakterien ganz massiv in der befallenen Brut vermehren können und im Bienenvolk verteilt werden, das daran mit der Zeit zugrunde geht. Deshalb ist die Krankheit als Tierseuche gelistet. Die Räuberei, die gerade im Spätsommer vorkommt, verstärkt das ganze noch.
Räuberei? Können Sie das erklären?
Im Spätsommer finden die Arbeiterinnen-Bienen weniger Pflanzen, an denen sie Futter sammeln können. Also müssen sie andere Wege finden, an Futter zu kommen. Bienen können sehr gut riechen, die stärkeren Völker erkennen, wenn ein anderes schwach ist. Also fliegen sie in den Stock, finden Futter und kommunizieren über die Tanzsprache ihrem Volk den Fundort. Dann stürzen sich unter Umständen mehrere Völker auf dieses Volk. Ist das dortige Volk von der Faulbrut befallen oder mit dem Erreger infiziert, schleppen die Räuberinnen den Erreger auch in ihr Volk ein.
Welche Maßnahmen helfen bei einem Ausbruch?
Wenn der Imker Schleim oder fadenziehende Masse im Bienenstand findet, muss das gemeldet werden. Das ist Pflicht. Dann kommt der Amtstierarzt. Werden dann auch die Symptome festgestellt und der Erreger in Proben des Volkes nachgewiesen, wird der Bienenstand gesperrt und eine Sperrzone von mindestens einem Kilometer Radius eingerichtet. In diesem Bereich dürfen Bienen nicht bewegt werden. Das erkrankte Volk wird entweder komplett getötet oder man saniert die Bienenvölker: Da nur die Brut befallen ist, kann man Königin und Arbeiterinnen umsiedeln. Dann muss die Brut vernichtet und die ganze Umgebung, also Bienenkästen und so weiter, sehr gründlich gereinigt werden.
Derzeit gibt es vier Sperrbezirke in Oberbayern. Ist das ungewöhnlich?
Es sollte im Idealfall nicht vorkommen, aber ungewöhnlich ist es nicht. In Oberbayern haben wir die höchste Dichte an Bienen und Imkern, da ist die Wahrscheinlichkeit einfach vorhanden.