Penzberg – 4,4 Millionen Euro sind zur Rettung der Maro-Wohnbaugenossenschaft auf ein Treuhandkonto eingezahlt worden. Am Donnerstagabend sind 250 stimmberechtigte Mitglieder in der Stadthalle in Penzberg im Kreis Weilheim-Schongau zusammengekommen, um über den Fortsetzungsbeschluss abzustimmen.
Insolvenzverwalter Ivo-Meinert Willrodt stellte den Insolvenzplan vor. Es gab zwei Optionen, um mit der Insolvenz umzugehen: einen Insolvenzplan zur Fortführung der Maro aufzustellen oder die Abwicklung – also die Zerschlagung der Genossenschaft mit Verkauf der Häuser und dem drohenden Verlust bezahlbaren Wohnraums in Gemeinschafts- und Demenzwohnprojekten, etwa in Weilheim, Penzberg und Peiting. Mit 4,4 Millionen Euro könnten nun mehr als die notwendigen 50 Prozent an die Gläubiger, etwa Bauhandwerker, bezahlt werden.
Auch Mitglieder ergriffen bei der Versammlung das Wort, es wurde diskutiert. Unter anderem war auch ein Beschluss zum Schutz der Mitglieder wichtig. Es wird weiter keine Nachschusspflicht geben. Das heißt: Genossen können über ihre Anteile hinaus nicht mit privatem Kapital haften. Als der Fortsetzungsbeschluss mit einstimmiger Mehrheit angenommen wurde, war die Freude groß. Vorständin Inge Schmidt-Winkler dankte mit Tränen in den Augen allen Mitgliedern. Immerhin werden ihre Anteile um 50 Prozent abgewertet. Wenn nun die Gläubiger zustimmen und das Insolvenzgericht im Dezember den Insolvenzplan genehmigt, wird es 2025 mit einer neuen Maro weitergehen. Es soll eine „Bestands-Maro“ sein, die sich um die Bestandsimmobilien kümmert und drei Häuser zu Ende baut, damit Mieteinnahmen generiert werden. Damit und mit einem überschaubaren Startkapital aus der Insolvenzmasse kann die Maro gesunden. Der Insolvenzplan läuft bis 2037.
BÄRBEL DAIBER