LIEBE KINDER

von Redaktion

Es war schon sehr spät, als nach langem Entengeschnatter endlich Ruhe am See einkehrte. Meine Augen fielen gerade zu, als ich von einem lauten Schrei aus Klaras Entenschnabel geweckt wurde. Klara schnatterte: „Ich war schon am Einschlafen, da habe ich vor meinem Nest zwei leuchtende Augen gesehen!“ „Das war doch sicher nur der Kater vom Bauern. Klara, du Angsthase”, schnatterte Agnes verständnislos. Klara atmete immer ruhiger, als sie quakte: „Warum leuchten Katzenaugen im Dunkeln?”

Ich zupfte ein paar meiner Federn zurecht, während sich Agnes räusperte und zu quaken begann: „Katzen schleichen ja am liebsten nachts und in der Dämmerung durch die Gegend. Damit sich die Jäger auf Samtpfoten in der Finsternis zurechtfinden, brauchen sie ganz besondere Augen, die auch mit ganz wenig Licht auskommen. Dazu ist das Innere der Katzenaugen mit einer reflektierenden Schicht überzogen. Du kannst dir diese Schicht vorstellen wie einen Spiegel im Auge. Das Katzenauge hat so die Möglichkeit, das wenige Licht der Nacht doppelt wahrzunehmen. Einmal, wenn das Licht in das Auge fällt und noch einmal, wenn es im Auge selbst gespiegelt wird. Die reflektierende Schicht bündelt das einfallende Licht und wirft es dann zurück. Als Nebeneffekt nehmen wir das zurückgeworfene Licht als leuchtende Katzenaugen wahr“, quakte Agnes.

Eure Paula

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