Da waren die Aussichten noch gut: Johannes Rabl im Jahr 2018 kurz vor der Übernahme des Lieberhofs am Tegernsee. © THOMAS PLETTENBERG
Er betreibt das Forsthaus Valepp mit Bayern-Torwart Manuel Neuer (38), jetzt hat er Stress mit einem anderen Geschäftspartner: Wirt und Unternehmer Johannes Rabl (45) fand sich vergangene Woche vorm Landgericht München II wieder – als ehemaliger Pächter des Lieberhofs am Tegernsee. Grund für die Güteverhandlung: Der frühere Besitzer des Lieberhofs, Hans Hailer, fordert rund 65 000 Euro von Rabl. Der hatte in den Corona-Lockdowns die Pacht um 50 Prozent gekürzt.
Auf Anfrage wollte sich Rabl nicht zum Fall äußern. Vor Gericht argumentierte er, es sei „unzumutbar“ gewesen, die ganze Pacht zu zahlen. Während der Lockdowns sei das Haus leer gestanden – er habe nichts verdienen können. Das sieht Hailer freilich anders: Rabl habe ja Corona-Hilfen und Kurzarbeitergeld bekommen, sagten seine Anwälte – und Rabl habe die Pacht eigenmächtig gekürzt. Vor Gericht kam raus: Rabl hatte in den Monaten von März bis einschließlich Mai 2020 sowie im November/Dezember und von Januar bis Juni 2021 nur die Hälfte der monatlichen Pacht (13 000 Euro) überwiesen.
Zwischen Hailer und Rabl ist das Tischtuch längst zerschnitten. Rabl hat überdies Gegenklage gegen Hailer gestellt – weil angeblich ein Fettabscheider fehlte und er ihn einbauen musste. Dafür macht er einen Betriebsausfallschaden von rund 32 000 Euro geltend. Dabei ging es so gut los: Im Januar 2019 hatte Rabl das Wirtshaus über Tegernsee gepachtet. 20 Jahre wollte er bleiben – doch nun hat Hailer nach dem Streit den Lieberhof an einen Unternehmer aus Hessen verkauft, Pächter Rabl ist raus. Er betreibt weiterhin den Leeberghof etwas weiter südlich – und seit Kurzem das Forsthaus Valepp, den er mit Manuel Neuer von den Bayerischen Staatsforsten übernommen und aufwendig saniert hat.
Vor Gericht konnten sich Rabl und Hailer nicht gütlich einigen. Das Verfahren dauert an.
THOMAS GAUTIER