Debatte um Isar 2: Betreiber widerspricht Söder

von Redaktion

Markus Söder vor dem Kernkraftwerk Isar 2. © dpa

München/Landshut – Entgegen anderslautender Einschätzungen aus der Staatsregierung kann das Atomkraftwerk Isar 2 bei Landshut aus Sicht des Betreibers nicht mehr in Betrieb genommen werden. Die zum ersten Jahrestag des deutschen Atomausstiegs am 15. April 2024 von Preussen-Elektra-Geschäftsführer Guido Knott gemachte Aussage zur technisch unmöglichen Reaktivierung des Kraftwerks gelte weiter. „In Isar 2 haben wir bereits eine Reihe von Systemen dauerhaft außer Betrieb genommen und stillgesetzt, das heißt von der Anlage getrennt“, sagte die Sprecherin. Beispielsweise seien alle vier Hauptkühlmittelpumpen, die im Leistungsbetrieb das Wasser durch den primären Kühlkreislauf gepumpt haben, und Frischdampfleitungen zur Turbine demontiert worden. Der Rückbau soll bis 2040 abgeschlossen sein.

Im Gegensatz zur klaren Absage des Betreibers geistert die Renaissance der Kernkraft in Isar 2 derzeit wieder durch die Politik und könnte auch im anstehenden Bundestagswahlkampf eine relevante Rolle einnehmen. Neben der Union sprechen sich etwa FDP und AfD für eine Rückkehr zur Kernenergie aus. Jüngst förderte auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Debatte zutage, als er „dringend einen Stopp des Rückbaus bei Isar 2“ einforderte: „Noch ist es reversibel. Noch. Ist mit Aufwand verbunden, keine Frage.“ Söders Aussage geht auf einen internen Vermerk im Umweltministerium zurück. Auf Nachfrage heißt es aus dem Haus von Minister Thorsten Glauber (Freie Wähler), dass die Aufsichtsbehörde in der Tat die Stilllegung und den begonnenen Rückbau von Isar 2 noch für reversibel halte. Allerdings unter einer wichtigen Einschränkung, die etwa Söder nicht erwähnte: „Eine zentrale Voraussetzung für eine Wiederinbetriebnahme wäre eine Änderung des Atomgesetzes des Bundes.“
DPA

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