Geplatzte Betriebsratswahl sorgt für Ärger

von Redaktion

Privat geführte Munich Airport Clinic in Konflikt mit Beschäftigten und Verdi

Der Eingang zur Airportklinik im Terminal 1. Beschäftigte wollen einen Betriebsrat gründen. © HANS STERR

München – Eine geplatzte Betriebsratsgründung. sorgt für Ärger bei der Munich Airport Clinic. Am Mittwoch eskalierte die seit Längerem schwelende Auseinandersetzung: Die von Verdi unterstützte Gründung eines Betriebsrats wurde auf Antrag der Geschäftsführung kurzfristig vom Arbeitsgericht München untersagt. Streitpunkt war, ob alle Mitarbeiter rechtzeitig informiert worden waren. Allerdings erklärt Verdi, die Geschäftsführung habe kein Wählerverzeichnis mit der genauen Anzahl der Beschäftigten ausgehändigt. „Letztlich zeigen sich die beiden Geschäftsführer als Feinde der betrieblichen Demokratie“, kritisiert Christian Reischl, für den Fachbereich Gesundheit zuständiger Gewerkschaftssekretär von Verdi.

Ursprünglich zur Notfallversorgung von Fluggästen und Flughafen-Personal gegründet, wurde die Klinik 2023 von der Flughafen GmbH verkauft und wanderte – angeblich zum Kaufpreis von einigen Millionen Euro – zum privaten Klinikbetreiber CKM Group. An der Klinik im Terminal 1 werden jährlich 2500 Operationen in den Fachgebieten Orthopädie und plastische Chirurgie durchgeführt – gerade erst erhielt die Klinik die Zulassung für OPs zu Schulter- und Knieprothesen. Zudem werden im Jahr etwa 10 000 Patienten als Notfälle behandelt – etwa wenn akute Gesundheitsprobleme bei Fluggästen auftreten.

Für die CKM Group weist der Geschäftsführer die Vorwürfe scharf zurück. Zur Betriebsratswahl sagt er, die Versammlung unter Leitung von Verdi wäre nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden – daher ja auch das Urteil. Zur Frage, ob es denn zukünftig einen Betriebsrat in der Airportklinik geben werde, sagt er: „Ich vermute ja, wir haben kein Interesse, das zu verhindern.“
DIRK WALTER

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