Das Ankerzentrum in Bamberg ist umstritten. © Karmann/dpa
München/Bamberg – Die bayerischen Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende sind Ende 2024 etwas geringer ausgelastet gewesen, als noch vor einem Jahr. Zum Dezember lebten etwa 10 250 Menschen in den bayerischen Ankerzentren. Ende Dezember 2023 waren es noch rund 11 500, wie aus Zahlen des Innenministeriums hervorgeht. Insgesamt haben die Ankereinrichtungen im Freistaat demnach eine Kapazität von 12 900 belegbaren Plätzen.
Am deutlichsten ist der Rückgang der Belegung im Ankerzentrum Oberfranken in Bamberg zu spüren – hier waren Ende 2023 insgesamt 2050 Asylbewerber untergebracht, im Dezember 2024 waren es 1350. Jeder der sieben Regierungsbezirke in Bayern hat eine Ankereinrichtung. Einige Regierungsbezirke betreiben ein großes Zentrum wie etwa die Bamberger Unterkunft.
In anderen Regierungsbezirken gibt es verschiedene Dependancen für die Erstaufnahme. Wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte, wird in der Landeshauptstadt München derzeit ein neues Ankerzentrum mit etwa 1000 Plätzen geplant. Die Regierung von Oberbayern habe das Ziel, die Einrichtung im zweiten Halbjahr 2025 in Betrieb zu nehmen.
In den Ankerzentren werden neu angekommene Flüchtlinge untergebracht. Dort sollen die Arbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der Bundesagentur für Arbeit, der Jugendämter, Justiz- und Ausländerbehörden gebündelt werden. Das soll Asylverfahren und die Abschiebung derjenigen beschleunigen, die kein Bleiberecht bekommen.
Zuletzt gab es vor allem um das Bamberger Ankerzentrum viele Diskussionen: Die Stadt pocht auf eine Schließung Ende dieses Jahres, wie es mit dem Freistaat vereinbart war, und setzt auf eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge. Das Ministerium hält sich bedeckt. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte im Herbst auf die Vorteile hingewiesen, die die Kommune durch das Zentrum habe – es gebe neben dem Ankerzentrum keine Zuweisungen von geflüchteten Menschen, die Stadt müsse nicht für zusätzliche Kita-Plätze sorgen, es brauche keine Plätze in den Schulen für geflüchtete Kinder, der Wohnungsmarkt werde entlastet.
DPA