Kriminalkommissar Hoai Nam Tran erklärte im Präsidium die miese Betrugsmasche. © Nick Mandel
Eine Menge Geld haben mehrere Unternehmen aus Bayern und ganz Deutschland in den letzten Monaten verloren. Sie fielen auf eine besonders miese Masche rein! Denn die Betrüger bauten die Webseite einer Münchner Anwaltskanzlei nach – so täuschend echt, dass die Betrüger mindestens 150 000 bis 200 000 Euro einsackten. Die Polizei ermittelt nun, um die Täter zu schnappen.
Der Trick der Betrüger: Sie ließen die falsche Webseite so aussehen wie die echte, nur die Kontaktdaten wurden verändert. Dann boten die Täter den Unternehmen per Mail verschiedenste Waren an. Die Betrüger gaben sich als Anwaltskanzlei aus, die auf Insolvenzverfahren spezialisiert ist – genau wie die echte Kanzlei. Die Betrugsopfer glaubten deswegen, dass die Waren aus Insolvenzverfahren stammen. Laut Kriminalkommissar Hoai Nam Tran war alles dabei – „von Toilettenpapier bis Kfz“. Die Betrüger zockten aber vor allem Logistik- und Speditionsunternehmen ab.
Besonders verlockend: Auf den Wert der angebotenen Waren gab es 50 Prozent Rabatt. Die Ermittler wissen von 30 bis 40 betrogenen Unternehmen, die von den Gaunern angeschrieben wurden. Vielleicht meldeten sich aber nicht alle bei der Polizei, daher könnten es noch mehr sein. Klar ist: Zehn bis 15 Unternehmen fielen auf die Masche rein und überwiesen Geld.
Zusätzlich wägten sich manche durch gefälschte Gerichtsbeschlüsse in Sicherheit. Also schlugen einige Firmen zu und gingen in Vorkasse. Der Haken daran: Die Waren kamen nie bei den Käufern an.
Am 28. November erstattete die kopierte Kanzlei Anzeige – und brachte die Polizei auf die Spur. Derzeit ermittelt das zuständige Kommissariat 63 (Betrug und Untreue) noch. Kriminalkommissar Hoai Nam Tran spekuliert: „Die Täter kennen sich in diesem Bereich vermutlich sehr gut aus.“ Er sagt, das sei nicht der erste Vorfall dieser Art. Und er warnt: Es gebe noch andere Betrüger mit ähnlichen Tricks.
NICK MANDEL