Wo die Feuerteufel zuschlugen

von Redaktion

Die „Ermittlungsgruppe Raute“ rechnet Saboteuren zig Fälle zu

München – Die meisten der rund 40 Tatorte liegen in und um München – doch es gibt in ganz Oberbayern Fälle, die die „Ermittlungsgruppe Raute“ in einem möglichen Zusammenhang mit der Brandserie sieht. Im Fokus der Täter steht kritische Infrastruktur, der Schaden beträgt mehrere Millionen. Ein Überblick:

Schon 2019 verüben Unbekannte zwei Brandanschläge auf Vodafone-Datenleitungen; in Oberföhring und in Bogenhausen. Hinterher sagt die Polizei, der Schaden hätte den Datenverkehr der Landeshauptstadt beeinträchtigen können, wenn das Feuer nicht so schnell gelöscht worden wäre. In Nymphenburg brennt ein Funkmast, fünf Jahre später zünden die Täter direkt daneben einen Bagger an. 2020 wird ein Funkmast auf dem BR-Gelände in Freimann angezündet, ein weiterer auf dem der Bayerischen Landesmedienzentrale in Neuperlach – als die Feuerwehr eintrifft, gleicht der Sendeturm einer riesigen Fackel. Bei Unterhaching eine ähnliche Tat. 2021 erhöhen die Täter den Takt: Sie attackieren wichtige Kabel der Deutschen Bahn in Moosach,Feldmoching und Neuperlach. In Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) zünden sie mutmaßlich einen Mobilfunkmast an.

2022 konzentrieren sich die Täter auf Fahrzeuge. Im Münchner Norden brennt ein Bagger aus. Bei einem Brandanschlag neben dem ehemaligen Siemens-Sportgelände in Obersendling brennen fünf Lastwagen, fünf Anhänger und der Bagger. Auf einer Gleisbaustelle in Ramersdorf wird ein Bagger beschädigt, auf dem Parkplatz der Bundeswehr-Uni in Neubiberg (Kreis München) stehen zwei Autos in Flammen. 2023 mehren sich die Fälle außerhalb der Stadt: Auf einer Baustelle bei Egling brennt ein Bagger, bei Brunnthal sowie bei Pullach je zwei Forstmaschinen, in Unterföhring ein Bauzug. Die Täter legen an einer Leitung der Erdwärme Grünwald drei Feuer. Zu einem Inferno kommt es, als in Harlaching 26 Kabeltrommeln niederbrennen. Sechs Mal legen die Täter auf der Baustelle des SAP Garden im Olympiapark Feuer. In Laim brennen zwei Post-Lkw, im Forst Kasten eine Arbeitsmaschine. 2024 brennen zwölf Handwerker-Busse in Ottobrunn – nebenandas Gelände von Airbus. In einem Betonwerk in Milbertshofen stehen mehrere Laster, ein Bagger und ein Silo in Flammen. In Oberhaching wird ein eine Million Euro teurer Bau-Spezialzug Ziel eines Brandanschlags. Gegenüber des Deutschen Museums wird ein Radweg gebaut – zwei Bagger werden angezündet. Und direkt neben dem Landtag brennen vier Baustellenfahrzeuge. Ob auch der Brand eines Windrads bei Berg (Kreis Starnberg) auf das Konto der Täter geht, ist unklar.
CAZ

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