Das große Wirtshaussterben bleibt aus

von Redaktion

München – Das große Wirtshaussterben nach dem Ende der Mehrwertsteuersenkung ist offenbar ausgeblieben. Zumindest die Zahl der gastronomischen Betriebe in Bayern ist vergangenes Jahr nicht gesunken, sondern sogar leicht gestiegen, wie aus aktuellen Zahlen des Landesamts für Statistik hervorgeht. Insbesondere die getränkelastige Gastronomie in den Städten legte zu.

Insgesamt gab es zwar viel Bewegung in der bayerischen Gastronomie, wie die Statistiker betonten, doch am Ende glichen sich die Verluste und Zugewinne beinahe aus. 5255 vollständigen Aufgaben und Verkäufen standen laut Landesamt 5472 Neugründungen und Käufe gegenüber – unter dem Strich ergibt das ein kleines Plus von 217.

Die Entwicklung überrascht auch deswegen, weil Ende 2023 die wegen Corona eingeführte vorübergehende Mehrwertsteuersenkung für Speisen in der Gastronomie ausgelaufen war. Angesichts des Wegfalls hatte es Sorgen gegeben, dass viele Wirte aufgeben würden. Zumindest in Summe ist es aber nicht zu einem massiven Rückgang gekommen – auch nicht auf dem Land. Ob dort allerdings möglicherweise alteingesessene Gasthäuser verschwanden während Imbissbuden entstanden, lässt sich aus der Statistik nicht ablesen.

Insgesamt halten sich Zugänge und Abgänge in den meisten Bereichen weitestgehend die Waage. In der speisegeprägten Gastronomie, also bei Restaurants, Gaststätten, Imbissstuben, Cafés und Ähnlichem, sind es im ländlichen Raum 2692 Zugänge und 2685 Abgänge. Im städtischen Raum kamen 1645 Betriebe hinzu, während 1674 verschwanden.

Bei Bars und Kneipen herrscht auf dem Land sogar ein genauer Gleichstand zwischen 556 Zugängen und ebenso vielen Verlusten. In der Stadt gibt es dagegen ein dickes Plus: Hier stehen 579 neuen Betrieben nur 340 verschwundene gegenüber. In die Statistik flossen nur die Zahlen aus getränke- und speiseorientierter Gastronomie ein, Catering wurde nicht berücksichtigt.

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