Eis-Drama am Eibsee

von Redaktion

16 Touristen brechen ein – Zeugen retten drei Menschen

13.40 Uhr: Eine Gruppe von Menschen ist auf dem Eis. Wenig später brechen die ersten ein. © Foto-webcam.eu

Aus der Luft sieht man, dass gestern Mittag der See im Uferbereich nicht mehr zugefroren war. © Webcam Bay. Zugspitzbahn

Die Einsatzkräfte retten nach dem gestrigen Unglück Menschen aus dem zugefrorenen Eibsee. © Thomas Sehr

München – Stundenlang kreisen drei Hubschrauber über dem Eibsee am Fuße der Zugspitze. Rettungskräfte suchen das Wasser nach Menschen ab, die in den zugefrorenen See eingebrochen sein könnten. Diese Szenen haben sich gestern in Grainau im Kreis Garmisch-Partenkirchen zugetragen. Nachdem schon 16 Menschen aus dem kalten Wasser geholt worden waren.

Um 14 Uhr schossen unzählige Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr, Wasser- und Bergwacht die Straße hinauf zum Parkplatz der Zugspitzbahn. Bei der Integrierten Leitstelle Oberland des Roten Kreuzes waren über 20 Notrufe eingegangen. Erst war die Rede von sechs eingebrochenen Personen, dann stieg die Zahl stetig. In den Sozialen Medien wurden Ausflügler gebeten, nicht mehr Richtung See zu fahren. An einem sonnigen Ferientag wie gestern drängten sich dort zur Mittagszeit ohnehin schon hunderte Spaziergänger.

Obwohl die Wasserwacht im Kreis Garmisch-Partenkirchen schon seit Wochen davor warnt, die zugefrorenen Seen zu betreten, wagte sich die 16-köpfige Touristengruppe aus Indien auf die dünne Eisfläche. „Ich will den Zustand des Eises vor Ort aus der Ferne nicht bewerten“, sagte Lisa Maier, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, während der Großeinsatz gestern noch im Gange war. „Aber zuletzt hatten wir mehrere Tage wärmere Temperaturen und auf Webcam-Bildern von heute erkennt man entlang des Ufers schon deutlich das Seewasser.“

Die Verunfallten im Alter von 22 bis 29 Jahren haben wohl grob fahrlässig gehandelt. 14 Personen galten laut BRK als verletzt, darunter elf leicht und zwei mittelschwer. Ein 25-Järhiger wurde schwer verletzt und musste auf dem Weg ins Krankenhaus reanimiert werden. Drei weitere Menschen wurden zur medizinischen Versorgung in Kliniken transportiert, während die übrigen Betroffenen vor Ort in einem Hotel betreut wurden.

Ein Teil der Urlauber brach teilweise ein, drei vollständig. Den zwei Männern und einer Frau kamen zwei Zeugen zu Hilfe, die das Unglück vom Ufer aus beobachtet hatten. Zwei Männer, ein 37-Jähriger aus Thüringen und ein 43-Jähriger aus dem Kreis Garmisch-Partenkirchen, nahmen ein Boot und holten alle drei Verunglückten aus dem Wasser, wie die Polizei berichtete.

„Die Einsatzmaßnahmen vor Ort sind weitestgehend abgeschlossen, die Nachsorge und Betreuung der Betroffenen läuft weiter“, teilte BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi gestern um 16 Uhr mit. Im Einsatz waren drei Rettungshubschrauber, sieben Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen, ein Notarzt-Einsatzfahrzeug, fünf Schnelleinsatzgruppen der Wasserrettung, Teams der psychosozialen Notfallversorgung und ein Einsatzleiter Bergrettung zur Koordinierung des Hubschrauberlandeplatzes.
SCO/JOHO/DPA

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