Wissenschaft zu verstehen, ist eine Wissenschaft für sich. Das stellte Klara gestern fest. Sie schnatterte verzweifelt: „Ich habe das Gefühl, auf niemanden ist mehr Verlass! Ich wollte herausfinden, ob es gut für mich ist, wenn ich viel Entengrütze schnabuliere. Ich habe eine Studie gelesen, die gesagt hat, dass das super gesund ist, und eine andere, die das komplette Gegenteil behauptet hat! Wem soll ich glauben?“
Agnes quakte, dass so eine Situation in der Wissenschaft gar nicht so ungewöhnlich ist. Das bedeutet aber nicht, dass eine Studie lügt. Um das zu verstehen, muss man wissen, welche Voraussetzung der Wissenschaft zugrunde liegen. Dabei hilft ein Beispiel: Man kann nicht beweisen, dass alle Schwäne weiß sind. Denn um das zu beweisen, müsste man jeden einzelnen Schwan auf der Welt ansehen und seine Farbe notieren. Und selbst dann kann man nicht sicher sein, dass nicht irgendwann mal ein Schwan auf der Erde gelebt hat, der eine andere Farbe hatte, oder das in Zukunft einmal passieren wird. Aber man kann versuchen, einen Schwan zu finden, der nicht weiß ist. Dann wüssten wir, dass die Behauptung, dass alle Schwäne weiß sind, nicht stimmt. Mit absoluter Sicherheit kann man eigentlich gar nichts beweisen. Aber wenn viele Studien zu einem gleichen Ergebnis kommen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Ergebnis stimmt.
Eure Paula