Reich auf dem Weg ins Rathaus?

von Redaktion

Umstrittener Karwendelbahn-Chef will Bürgermeister werden

Wolfgang W. Reich denkt darüber nach, Bürgermeister zu werden. © PETER KORNATZ

Mittenwald – Der umstrittene Karwendelbahn-Vorstand Wolfgang W. Reich erwägt bei den nächsten Kommunalwahlen im März 2026 offenbar eine Kandidatur als Bürgermeister von Mittenwald (Kreis Garmisch-Partenkirchen). Aktuell sei die Wahrscheinlichkeit, dass er für das Amt kandidiere über 50 Prozent, kündigt er in einer Pressemitteilung an. „Die Kandidatur hängt aber natürlich auch davon ab, ob sich entsprechend weitere geeignete Kandidaten aufstellen lassen.“

Reich sorgt als Hauptaktionär der Karwendelbahn AG mit unorthodoxen Methoden immer wieder für Kopfschütteln im Rathaus, in Behörden oder vor Gericht. Der Geschäftsmann hatte die Aufsichtsbehörden immer wieder durch diverse Schwarzbauten provoziert. Dem Vernehmen nach hat der Prozess-erprobte 45-Jährige einem Teil der Rathaus-Belegschaft bereits ein Hausverbot in der Karwendelbahn erteilt. Laut Reich sei er im Sommer in der Karwendelbahn-Berggaststätte zu der Kandidatur ermutigt worden. Namen will er nicht nennen. In seiner Pressemitteilung wirbt er damit, dass er sich „gegen alle Widerstände“ durchgesetzt habe, als er die Berggaststätte sanierte. „Insbesondere auch aus dem Rathaus.“ Damals hatte er die Gemeinde nicht nur einmal vor vollendete Tatsachen gestellt.

Den aktuellen Zustand Mittenwalds bezeichnet Reich als „ernüchternd“. Als Beispiele nennt er das geschlossene Kranzberg-Gipfelhaus, das insolvente Hotelprojekt am Kaffeefeld und das abgerissene Hallenbad. Politisch ordnet sich der Karwendelbahn-Vorstand, dessen Vater für die AfD im Heidenheimer Stadtrat sitzt, im konservativ-liberalen Lager ein. „Darüber hinaus gibt es derzeit noch Überlegungen, mit einer eigenen Liste zur Gemeinderatswahl in Mittenwald anzutreten“, kündigt er an.
CHRISTOF SCHNÜRER

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