Aschheims Gras-König hat Geld-Sorgen

von Redaktion

Wenzel Cerveny braucht 120 000 Euro – und verkauft jetzt Unternehmensanteile

Setzt sich gern in Szene: Hanf-Unternehmer Wenzel Cerveny in Aschheim im Kreis München. © STEFAN ROSSMANN

Aschheim – Der bekannte Hanf-Unternehmer Wenzel Cerveny steckt in großen Geldnöten. Bis Ende März muss er seine Mietschulden für seine Natur Erlebniswelt in Aschheim (Kreis München) begleichen. Sonst schmeißt ihn sein Vermieter raus. Im Internet sammelt Cerveny jetzt Spenden – etwa über die Internetseite „GoFundme“. Wer ihn unterstützen will, kann sich auch bei der Natur Erlebniswelt einkaufen. Für 500 Euro Darlehen gibt es 0,1 Prozent am Unternehmen. Für 5000 Euro gibt‘s ein Prozent.

In diese Lage geriet Cerveny, weil seine Anbauvereinigung einfach nicht vom Fleck kommt. Im November 2023 eröffnete er die Natur Erlebniswelt in einem ehemaligen Rewe-Supermarkt. Dort sollte auch seine Anbauvereinigung Chillout Club einziehen. Die sollte Marihuana züchten und an die Mitglieder verteilen. Kiff-Club und die Erlebniswelt sollten sich die Miete teilen. Doch der Plan ging nicht auf. Die Legalisierung kam später als gedacht. Dann verzögerte sich die Einführung der Anbauvereinigungen. Die Gemeinde baute zusätzlich einen Spielplatz in der Nähe, um den Cannabis-Club zu verbieten. Bis heute hat Cervenys Chillout Club keine Lizenz. Die Folge: „Rund 1000 Menschen haben sich bis heute zwar angemeldet. Den Beitrag von 150 Euro im Monat haben aber nur rund 100 Mitglieder bezahlt“, sagt Cerveny. „Die restlichen wollten noch abwarten, bis der Chillout Club die offizielle Lizenz auch tatsächlich erhält.“

Doch daran scheint keiner mehr zu glauben. In Bayern hat bis heute kein einziger Anbau-Club eine Lizenz bekommen. Die Konsequenz: „Im Februar oder März 2025 haben nur acht Mitglieder je 50 Euro überwiesen, insgesamt also nur 400 Euro“, sagt Cerveny. „Das reicht natürlich vorn und hinten nicht um die Miete zu zahlen. Somit fehlen uns 120 000 Euro, welche wir noch als offene Miete des Vereins mitschleppen.“

Sein Vermieter habe lange beide Augen zugedrückt, sagt Cerveny. „Bedingt durch die Bundestagswahl und die Drohung der CDU/CSU, Cannabis wieder rückgängig zu machen, hat er nun kurzfristig aufgehört daran zu glauben und fordert sofort bis Monatsende März die offenen Posten. Ansonsten sind wir ab April 2025 draußen.“

Auch mit der Justiz hat Cerveny Ärger– dieses Mal mit seinen Hanf-Shops, in denen er allerlei Produkte verkauft. Ende April muss er vors Münchner Amtsgericht. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft München I: verbotenes Handeltreiben und Einfuhr von Cannabis in nicht geringer Menge.

Cerveny hofft jetzt auf Hilfe seiner Kunden. „Es darf nicht passieren, dass die bayerische Landesregierung es nach elf Jahren tatsächlich schafft, mich mit ihrer Hexenjagd erfolgreich zu vernichten.“
THOMAS GAUTIER

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