Rappelvoll ist der große Parkplatz am Königssee. Die Tarife für die Sommersaison bleiben gleich. © Kilian Pfeiffer
Deutlich teurer werden die Tagestickets in Tegernsee. Die Preise steigen um mehr als das Doppelte. © Stefan Schweihofer
Bei Wanderern und Radfahrern beliebt ist der Söllbach Parkplatz in Bad Wiessee. © THOMAS PLETTENBERG
Tegernsee – Seit Jahren wird fast alles teurer. Die Parkplätze in Tegernsee bildeten da eine große Ausnahme. Seit 2013 haben sich die Gebühren nicht erhöht – bis jetzt. Nach über zehn Jahren dreht der Stadtrat nun wieder an der Gebührenschraube. Das macht sich besonders auf den diversen Wanderparkplätzen bemerkbar. Nicht nur am Tegernsee muss man künftig mehr dafür zahlen. Wir haben uns bei beliebten Touristenzielen in Bayern umgehört, wie viel das Tagesticket in der Sommersaison bei ihnen kostet.
Am stärksten steigen die Preise auf den Wanderparkplätzen in und rund um Tegernsee an. Allerdings war das Tagesticket mit 3 Euro bislang auch vergleichsweise günstig. Wer sein Auto dort künftig den ganzen Tag abstellt, muss dafür mehr als das Doppelte blechen. Der Stadtrat beschloss einstimmig eine Erhöhung auf 8 Euro. Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) hält das für angemessen, verweist mit drastischen Worten auf den Touristenandrang: „Wir haben nullkommanull Platz in Tegernsee.“
Kein 40-Euro-Ticket am Eibsee
Ein Problem, das man im Kreis Garmisch-Partenkirchen allzu gut kennt. Am deutlichsten wird es rund um den Eibsee und die Talstation der Seilbahn Zugspitze sichtbar. Verstopfte Straßen und rappelvolle Parkplätze sind sowohl in der Sommer- als auch in der Wintersaison ein vertrauter Anblick. Alle Beteiligten sind sich einig: Es muss sich etwas ändern. Im vergangenen Sommer brachten sie dann eine neue Lösung ins Gespräch: Mit einer Schranke unterhalb des Eibsees will man die Zufahrt beschränken. Allerdings müssen noch einige Hürden, unter anderem rechtliche, genommen werden. Im Gespräch war auch ein 40-Euro-Parkticket. Doch auch das kommt vorerst nicht. Die Bayerische Zugspitzbahn, die die meisten Parkplätze am Eibsee betreut, erhöht die Preise moderat: Statt 18 Euro zahlt man ab der Sommersaison für die ersten vier Stunden 19 Euro. Jede weitere Stunde kostet zusätzlich einen Euro. Wer ein Ticket für die Seilbahn Zugspitze vorweisen kann, bekommt 10 Euro rückerstattet. Wer die Fahrt auf Deutschlands höchsten Berg am Zugspitzbahnhof startet, zahlt fürs Parken künftig 6 Euro.
Um einen Euro steigen auch die Parkgebühren in Kochel. Wie der Gemeinderat bereits im vergangenen Monat beschlossen hatte, kostet das Tagesticket seit März 8 Euro. Bürgermeister Jens Müller (UWK) sieht darin auch ein Instrument zur Verkehrslenkung. Besonders in den Sommermonaten ist die Kochel- und Walchenseeregion praktisch täglich einem riesigen Ansturm von Tagestouristen aus dem Großraum München ausgesetzt. Abhilfe schafft seit einigen Jahren auch eine Schranke. Sie senkt sich, sobald mehr als 1100 Fahrzeuge auf der Mautstraße am Südufer gezählt wurden.
Millionen Besucher ziehen Jahr für Jahr auch die weltberühmten Schlösser von Ludwig II. in den Freistaat. Wer sein königliches Anwesen in Linderhof im Kreis Garmisch-Partenkirchen besichtigen will, muss für das Parken derzeit lediglich 3 Euro einplanen. Teurer wird es, wenn man Schloss Neuschwanstein ansteuert. Allerdings gibt es dort keinen klassischen Tagestarif. Das günstigste Ticket kostet 12 Euro und ist sechs Stunden lang gültig. Spätestens nach zehn Stunden (16 Euro) muss man die Parkfläche wieder räumen.
Vor einigen Ausflugszielen macht die Inflation bei den Parkpreisen zunächst einmal Halt. Beispielsweise am Großparkplatz am Königssee, wo der Tagestarif wie schon im vergangenen Jahr 9 Euro beträgt. Und auch bei den Wanderparkplätzen am Schliersee (6 Euro) ist der Preis seit 2021 geblieben.
TOBIAS SCHWANINGER