Der Alpenexpress ist startklar

von Redaktion

Von Murnau bis Rosenheim: X-Bus ersetzt fehlende Zuglinie

MVV-Busse im neuen Design verbinden künftig vier Alpen-Landkreise. © walter weiss/LRA FFB

Bad Tölz/Rosenheim – Sieben Jahre hat es gedauert, aber jetzt steht dem Alpenbus nichts mehr im Weg. „In wenigen Wochen wird der Zuschlag erteilt“, sagte MVV-Chef Bernd Rosenbusch. Zum Fahrplanwechsel (14. Dezember) soll die Längsverbindung, die die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Rosenheim verbindet, dann starten.

Der Alpenbus hat eine lange Geschichte. Im Jahr 2018 wurde er erstmals angekündigt. Doch die Finanzierung war unerwartet schwierig. 2023 wurde hier der Knoten durchschlagen, denn der Freistaat beteiligt sich an der landes-bedeutsamen Buslinie anfangs mit bis zu 65 Prozent der Kosten. Die Anrainer wie etwa der Tölzer Landrat Josef Niedermaier erhoffen sich eine deutlich bemerkbare Verringerung des Ost-West-Verkehrs. „Eigentlich bräuchte es eine Zugverbindung“, sagt der Landrat. Doch das sei undurchführbar. „Bei Tölz über die Isar und dann am Blomberg vorbei, das geht überhaupt nicht. Alles Naturschutzgebiete.“

Der Alpenbus wird in einen West- und Ostast aufgeteilt. Unserer Zeitung liegen die Details der geplanten Verbindungen und der Fahrplan vor.

Der X380 fährt zwischen Bad Tölz, Miesbach und Rosenheim (jeweils Bahnhof) werktags zwischen 6.35 Uhr und 20.35 Uhr im Stundentakt. Die Fahrzeit von Anfang bis Ende beträgt fast zwei Stunden, doch niemand rechnet damit, dass viele Fahrgäste das Angebot über die gesamte Linie nutzen. es kommt auf die Unterwegshalte an – der Bus hält beispielsweise in Gmund, Agatharied und Bad Feilnbach. Von Rosenheim nach Miesbach dauert die Fahrt laut Fahrplan 52 Minuten. Ähnlich lang ist es von Miesbach nach Bad Tölz. Am Wochenende beginnt der Betrieb eine Stunde später und endet eine Stunde früher.

Der X381 verbindet Gmund am Tegernsee mit Bad Tölz und Miesbach. Der erste Bus fährt in Gmund Bahnhof um 6.38 Uhr los und erreicht Tölz um 7.04 Uhr. Diese Querverbindung ist somit viel schneller als die BRB, mit der man für eine Fahrt vom Tegernsee nach Tölz über Schaftlach ums Eck fahren und auch noch umsteigen müsste. Auch hier gibt es einen Stundentakt. Die letzte Busfahrt werktags beginnt in Gmund um 18.38 Uhr, am Wochenende eine Stunde später.

Der X990 verkehrt von Murnau Bahnhof über Penzberg bis Bad Tölz – erster Start am Tag ist um 6.37 Uhr ab Murnau mit Ankunft in Tölz eine gute Stunde später um 7.46 Uhr. Wie bei den anderen Alpenbus-Verbindungen auch ist ein Stundentakt geplant (letzte Fahrt ab Murnau werktags 19.37 Uhr). Der Clou ist, dass der Bus auch am Penzberger Roche-Werk hält – Landrat Niedermaier glaubt, dass viele Angestellte vom Auto auf den Bus umsteigen. „Allein in unserem Landkreis leben gut 2000 Beschäftigte von Roche.“ Vom Tölzer Bahnhof zu Roche dauert die Fahrt 37 Minuten, von Bad Heilbrunn gute 20 Minuten. Ein Zufahrt entlang derselben Route ist heute entweder gar nicht, sonst nur mit Umsteigen möglich. So muss man für eine Fahrt von Murnau bis Penzberg (jeweils Bahnhof) mit dem Zug heute im Optimalfall 54 Minuten einkalkulieren. Mit dem Bus sind es künftig 37 Minuten. An Wochenenden biegt der Bus außerdem nach Iffeldorf zu den Osterseen ab, von Murnau Bahnhof zum Beispiel dauert die Fahrt 24 Minuten.

Ist der Zuschlag an den Busunternehmer erteilt, muss der insgesamt neun Niederflur-Busse beschaffen, die dann im MVV-Look durch das Voralpenland fahren. Es gilt der MVV-Tarif, sofern man nicht eh mit dem Deutschlandticket fährt. Die Laufzeit des Vertrags beträgt fünf Jahre – eine Zeitspanne, die dem Alpenbus gegeben wird, sich bei den Fahrgästen zu etablieren.
DIRK WALTER

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