Der schwere Kampf gegen die Einsamkeit

von Redaktion

Prägende Erfahrung: Pflegeheim-Leiterin Carolin Walter hat die Pandemie mit ihrem Team aufgearbeitet. © Marcus Schlaf

München – Und plötzlich durften Bewohner keinen Besuch mehr von Angehörigen bekommen. So erinnert sich Carolin Walter, Leiterin des Evangelischen Pflegeheims in München Sendling, an den ersten Lockdown. „Wir haben dann alles versucht, dass niemand vereinsamt“, erzählt sie. Es gab Gruppenaktivitäten, und ihr Team bemühte sich auch darum, dass Bewohner Videotelefonate mit ihren Angehörigen führen konnten. „Wir haben irgendwie funktioniert in dieser Extremsituation.“

Weil sich alle vor der Arbeit testen mussten, war erst kurz vor Dienstbeginn klar, wie gut eine Schicht besetzt ist oder ob jemand für Tage ausfällt. „Einmal hatte ich eine schlaflose Nacht im ersten Lockdown.“ Damals stand im Raum, dass ein Bewohner infiziert war. „Zum Glück ein Fehlalarm.“ Immerhin sei genug Schutzbekleidung vorrätig gewesen.

„Aber so wie der erste Lockdown stattfand, das musste so sein, glaube ich, da die Situation für alle sehr unüberschaubar war.“ Nur das, was danach kam, die wiederholten Kontaktbeschränkungen, aber auch Themen wie Impfpflicht – das hätte anders geregelt werden müssen, findet Walter. „Ich habe immer versucht, meine Mitarbeitenden mitzunehmen. Wir haben gemeinsam überlegt, wie wir Vorschriften umsetzen können, wie wir uns anpassen müssen und schützen können.“ Sie ist überzeugt: Wir haben das Beste aus der Situation damals gemacht. „Das trägt uns bis heute als Team.“
REGINA MITTERMEIER

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