Schlangen vor der Apotheke und viel Arbeit: Daran erinnert sich Oliver Tüting gut. © privat
Schlangen vor der Apotheke? Vor Corona kannte Apotheker Oliver Tüting (53), Inhaber der Gärtnerplatz-Apotheke, das nicht. Aber mit Beginn der Pandemie spürte er ständig die Folgen der sich stets ändernden Maßnahmen. „Ich erinnere mich daran, wie Gesundheitsminister Spahn verkündete, dass jeder kostenlose Masken in der Apotheke bekommt. Nur wir wussten nichts davon und hatten gar nicht ausreichend Ware. Da standen drei Tage lang Menschen vor der Türe. Diese Hauruck-Taktik hat mich sehr geärgert.“ Einmal sollten die Bürger dann plötzlich von OP- auf FFP2-Masken umsteigen, dann kam der digitale Impfnachweis, später die Tests für den Privatgebrauch – und immer wieder musste Tüting schnell reagieren.
„Das war eine sehr arbeitsreiche Zeit. Oft musste ich den Herstellern hinterhertelefonieren, weil wieder Handschuhe oder Desinfektionsmittel ausgingen. Und die Kunden hatten viel Rede- und Aufklärungsbedarf. Aber es hatte auch sein Gutes: Wir Apotheker hatten eine wichtige Aufgabe und große Verantwortung. Das wurde von den Kunden sehr geschätzt.“
Deshalb war es natürlich schwierig, als Oliver Tüting selbst mit Corona flachlag und in Quarantäne bleiben musste. „Ich hatte nur wenig Mitarbeiter, da brauchte man in dieser Zeit aber jede Hand. Außerdem habe ich noch ein Altenheim betreut. Aber ich habe dann viel zu Hause vom Telefon aus organisiert. Irgendwie musste damals ja alles funktionieren.“
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