Odowaa stoppte den Täter in Aschaffenburg. © Change.org
München – Der somalische Asylbewerber, der im Januar den Attentäter von Aschaffenburg stoppte, wird vorerst nicht abgeschoben. Das teilte das bayerische Innenministerium gestern auf Anfrage mit. Wie berichtet hatte Ahmed Mohamed Odowaa zufällig beobachtet, wie ein Afghane eine Kindergartengruppe in einem Park attackiert hatte. Ein Passant und ein Zweijähriger starben. Odowaa und ein weiterer Zeuge waren dem Täter nachgelaufen, bis die Polizei den Messerstecher festnahm. Am Wochenende war bekannt geworden, dass der Somalier Deutschland laut Bescheid des Bundesamts für Migration spätestens im Juli verlassen muss. Doch nun rudern die Behörden zurück.
„Herr Odowaa hat bei der schrecklichen Gewalttat in Aschaffenburg in herausragender Weise Entschlossenheit und Mut bewiesen“, heißt es aus dem bayerischen Innenministerium. Er habe ein Beispiel für Zivilcourage gegeben, das Anerkennung und höchsten Respekt verdiene. Richtig sei, dass Odowaa bereits in Italien eine Anerkennung als Flüchtling hatte und trotzdem nach Deutschland weiterreiste, um Anfang 2024 erneut Asyl zu beantragen. Das sieht das Recht nicht vor – deshalb habe das Bamf seinen Asylantrag abgelehnt. Allerdings werde der 30-Jährige hier geduldet, weil er im laufenden Strafverfahren gegen den mutmaßlichen Doppelmörder ein wichtiger Zeuge sei. „Eine Rückführung nach Italien steht bis auf Weiteres nicht im Raum“, so eine Ministeriumssprecherin.
CAZ