LIEBE KINDER

von Redaktion

Klara und ich haben ein Gespräch zwischen dem jüngsten Zweibeiner von Bauernhof und seinem Freund belauscht. „Weißt du, was das Schlimmste in dieser Woche ist?“, hatte der Freund gefragt. „Dieser Donnerstag. Da gibt‘s bei uns mittags Spinat und abends Grünkohlsuppe. Und alles nur, weil meine Oma zu Besuch ist.“ „Mag deine Oma so gern Spinat und Grühnkohl?“, fragte unser Bauernhof-Zweibeiner. „Ob sie das gern mag, weiß ich nicht“, antwortete sein Freund, „Aber sie ist sehr katholisch, und deshalb gibt‘s am Donnerstag grüne Sachen zu essen.“ Und dann liefen die beiden ins Haus.

Klara und ich hatten schon viel von den Bräuchen der Zweibeiner gehört, aber das wollten wir genauer wissen, deshalb watschelten wir zu Benedicta, die mit den anderen Hühnern am Hof nach Futter pickte.

„Ach ja, der Gründonnerstag“, gackerte sie, „mein Pfarrer hat seinen Ministranten erklärt, dass der nichts mit der Farbe grün zu tun hat, sondern dass das ,grün‘ von dem alten Wort ,greinen‘ kommt, was soviel wie ,weinen‘ bedeutet. Der Donnerstag war der Tag, an dem Jesus den Jüngern angekündigt hat, dass er sterben wird. Was ja am Karfreitag geschehen ist.“ Bendicta erklärte: „Deshalb gehen viele Zweibeiner am Karfreitag den Kreuzweg, wo sie sich an den Leidensweg von Jesus erinnern, und es wird an diesem Tag keine Musik gespielt und nicht getanzt.“

Eure Paula

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