Vier Frühlingstouren bis zum Gipfel

von Redaktion

Nicht nur an Karfreitag sind diese besonders schönen Kreuze in Bayerns Bergen einen Ausflug wert

Kreuz am Bodenschneid.

Der Gipfel des Fockensteins.

Der Weg zum Gipfelkreuz auf dem Wallberg. © Dietmar Denger

Weltweit wurde das erste Kreuz 1799 am Großglockner aufgestellt. Es steht unter Denkmalschutz. In den bayerischen Bergen gehören Gipfelkreuze zur Kulturlandschaft. Für manche Bergsteiger und Wanderer haben sie eine Art spirituelle Bedeutung, für andere sind sie schlicht ein Symbol für das Ende des schweißtreibenden Aufstiegs. In der Regel markieren Gipfelkreuze den höchsten Punkt eines Berges und dienen auch der Orientierung. Einige Tourentipps zu besonders schönen Kreuzen:

Wallberg

Seit über 130 Jahren steht das Kreuz auf dem Wallberg, dem höchsten Berg im Tegernseer Tal. Seit 1892 trotzt es Wind und Wetter. Ein vergoldeter Strahlenkranz schmückt die Mitte des Kreuzes. Auf den Gipfel kommt man zu Fuß oder per Wallbergbahn, wobei der Gipfel ab der Bergstation noch etwa 20 Minuten entfernt ist. Wer die Gesamtstrecke zu Fuß geht, überwindet 600 Höhenmeter. Obacht: Der Wallberg-Wanderweg ist bis 9. Mai an Werktagen wegen Holzfällerarbeiten gesperrt.

Geigelstein

Der Geigelstein, mit 1808 Metern der zweithöchste Berg der Chiemgauer Alpen, wird wegen seiner beeindruckenden floristischen Vielfalt auch Blumenberg genannt. Der Gipfel liegt südlich von Sachrang und bietet einen Übergang in die Tiroler Alpen. Das Panorama ist atemberaubend. Oben steht ein etwa fünf Meter hohes Gipfelkreuz und gleich daneben eine kleine Marienkapelle. Für den Aufstieg empfiehlt sich der Westanstieg. Der Weg beginnt in Huben bei Sachrang. Wer den Wegweisern folgt, muss über 1000 Höhenmeter überwinden. Für eine Pause kann man nach etwa 1,5 Stunden in der ganzjährig geöffneten Priener Hütte einkehren. Von dort erreicht man den Gipfel in etwa einer Stunde.

Bodenschneid

Nicht nur auf besonders hohen und symbolträchtigen Gipfeln stehen beeindruckende Kreuze – auch in den Bergen unterhalb der 2000-Meter-Marke finden sich ausgesprochen schöne Exemplare. So gilt das Gipfelkreuz auf dem Bodenschneid in 1669 Metern Höhe als eines der markantesten in Bayern. Es zählt zu den größten Kreuzen und ist nicht aus Holz, sondern aus Metall gefertigt. Errichtet wurde es im August 1894 als eine Art Kruzifix. Das heutige Gipfelkreuz wurde im Mai 1994 vom Kreuzerrichtungsverein des Trachtenvereins Miesbach aufgestellt. Ein Kuriosum erwartet Besucher am Gipfel: Dort steht ein Briefkasten, der sich tatsächlich öffnen lässt – allerdings enthält er lediglich das Gipfelbuch. Wer den Bodenschneid besteigen möchte: Ab dem Spitzingsattel führt der Weg über die Untere Firstalm zum Gipfel. Der Aufstieg dauert etwa 2,5 Stunden und ist nur im Gipfelbereich leicht ausgesetzt. Der Tiefblick auf Tegernsee und Spitzingsee ist einzigartig.

Fockenstein

Auf dem 1564 Meter hohen Fockentstein steht ein eher zierliches Gipfelkreuz. Die Wanderung über die Aueralm dorthin ist beliebt und einfach – lediglich kurz vor dem felsigen Gipfelaufbau wird der Weg etwas ausgesetzter. Am eisernen Kreuz befindet sich ein Kasten mit dem Gipfelbuch. Seit wann das Kreuz mit seiner wunderbaren Aussicht auf den Tegernsee dort oben thront, lässt sich nicht genau belegen. Die DAV-Sektion Tegernsee war seit ihrer Gründung im Jahr 1883 maßgeblich an der Erschließung der Wege beteiligt. Die Route führt über die Aueralm und die Neuhütten-Alm zum Gipfel. Dabei sind rund 800 Höhenmeter zu überwinden, wofür man im Aufstieg etwa drei Stunden einplanen sollte.
JOHANNA STÖCKL

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