München – Kommunen in Bayern haben nach der Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes weiterhin mit hohen Antragszahlen auf Einbürgerung zu tun. Die neue Regelung war vergangenen Sommer in Kraft getreten. In München sind derzeit rund 32 500 Anträge auf Einbürgerung offen. Seit Juni hätten sich die Antragszahlen ungefähr verdoppelt, teilte eine Sprecherin mit. Erhielt die Behörde 2023 noch rund 10 300 Einbürgerungsanträge, waren es 2024 bereits 20 600. Im Schnitt dauere es 18 Monate, bis ein Antrag bearbeitet sei.
Ähnlich sieht es in anderen Städten aus. In Nürnberg sind derzeit rund 7000 Anträge offen – ebenfalls eine deutliche Steigerung zum Vorjahr. Auch in Würzburg, Regensburg, Bamberg und Augsburg sind derzeit noch tausende Anträge auf Einbürgerung offen. Die Bearbeitungsdauer der Anträge schwankt dabei zwischen vier bis sechs Monaten in Regensburg und bis zu 18 Monaten wie etwa in Würzburg.
Neben dem teilweise noch abzuarbeitenden Antragsstau aus 2024 haben die Kommunen mit fehlendem Fachpersonal und einer stockenden Digitalisierung zu kämpfen. Vor allem die Klärung der Identität der Antragssteller sorgt oft für Verzögerungen, heißt es. Etwa, weil Urkunden fehlen oder weil diese Länder keine Ausweisdokumente ausstellen. Betroffen sind davon demnach vor allem Menschen aus Herkunftsländern wie Somalia und Eritrea.
DPA