Cham – Drei Todesfälle in nur 24 Stunden erschüttern die Kleinstadt Cham an der bayerisch-tschechischen Grenze. Denn alle drei Opfer – 33, 24 und 20 Jahre alt – starben durch Drogen. Jetzt prüft die Kripo Regensburg, welche Substanzen im Spiel waren.
Die rätselhafte Todesserie begann am Dienstagmorgen: An der Agip-Tankstelle in der Further Straße wurde der 33-Jährige leblos aufgefunden. „Es gibt Anzeichen für eine Drogenintoxikation“, sagt Polizeihauptmeister Jonas Krauß. Noch während der wegen Drogendelikten polizeibekannte Mann zur Obduktion gebracht wurde, gab es am Mittwoch erneut Alarm: Gegen elf Uhr wurden in einer Wohnung der 24-Jährige und die 20-Jährige tot aufgefunden. „Wir haben verschiedene Substanzen sichergestellt, können aber noch nicht genau sagen, was die Todesursache war“, so Krauß. Doch es scheint so, als wären alle Opfer an den Folgen einer Vergiftung durch Betäubungsmittel gestorben. Durch ein Substanz-Gutachten will die Kriminalpolizei Regensburg klären, ob alle drei Opfer am selben Wirkstoff starben – und woher die Drogen kamen. Die Grenze zu Tschechien liegt nur rund 20 Kilometer entfernt.
„Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass im Umlauf befindliche Substanzen verunreinigt oder mit unerwartet starken Wirkstoffen versetzt sind“, erklärt Krauß. Zuletzt war es hier im Sommer 2023 zu Todesfällen im Zusammenhang mit der Ecstasy-Pille „Blue Punisher“ gekommen. In den Tabletten war laut Polizei eine extrem hohe Dosis des Wirkstoffs MDMA festgestellt worden.