Zwei Saatkrähen auf einem Acker. © dpa
Erding – In Bayern hat ein Pilotprojekt zur Verringerung von Schäden durch Saatkrähen begonnen. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erprobt im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, wie in den Pilotregionen Straubing, Bäumenheim und Erding in Zusammenarbeit von Jägern und Landwirten Saatkrähen davon abgehalten werden könnten, die Frühjahrs-Aussaat zu beschädigen. Auf je 20 Äckern werden verschiedene Vergrämungsmaßnahmen wie Folienballons oder Greifvogelattrappen getestet. Nicht brütende Saatkrähen, die sich trotz der Vergrämungsmaßnahmen auf den frisch eingesäten Äckern aufhielten, dürften abgeschossen werden – allerdings keine geschlechtsreifen Saatkrähen.
Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz warnte, das Töten von Wildtieren zur „scheinbar einfachen Standardmaßnahme“ zu machen. In Dachau wurden schon im März Saatkrähen mit Ausnahmegenehmigung abgeschossen. Mit Genehmigung des Abschusses von bisher 15 Vögeln und Entnahme von 80 Nestern mit Gelege habe die Höhere Naturschutzbehörde Oberbayern die Rote Linie überschritten, kritisierte der Vorsitzende Norbert Schäffer als Reaktion auf den Start des Pilotprojekts.