Wetten auf Papst-Nachfolge: Marx in Top 10

von Redaktion

München/Vatikan – Die Wahl des neuen Papstes beginnt am 7. Mai. Auf dieses Datum einigten sich gestern die im Vatikan versammelten Kardinäle. Doch hinter den Kulissen hat das Ringen um die Nachfolge des im Alter von 88 Jahren verstorbenen Papst Franziskus längst begonnen.

Auch das „Toto-Papa“, wie in Italien die Spekulationen über die Papstnachfolge genannt wird, ist in vollem Gange. Gewählt werden können die 135 Kardinäle, die zum Zeitpunkt des Todes von Papst Franziskus noch keine 80 Jahre alt waren. Da diese oft erst kürzlich von Papst Franziskus ernannten Kardinäle aus mehr als 50 verschiedenen Ländern kommen, ist die Wahl offen wie lange nicht mehr. Zudem gibt es viele verschiedene Lager – geografisch (Europa, Asien, Afrika, Amerika) und ideologisch (konservativ oder modern).

Trotzdem hat sich bei den Buchmachern schon ein Favorit herauskristallisiert: Pietro Parolin liegt mit einer Quote von 2,75 bei den Zockern ganz vorne. Der Kardinalstaatssekretär war als Nummer zwei im Vatikan die rechte Hand des Papstes. Der Italiener gilt als gemäßigter Kandidat, der Stabilität bieten und gleichzeitig einige von Franziskus‘ Reformen beibehalten könnte. Nummer zwei bei den Wettbüros ist laut der Internet-Seite wettfreunde. net Luis Antanio Tagle mit einer Quote von 4.00. Der frühere Erzbischof von Manila setzt sich wie Franziskus für eine Kirche an der Seite der Armen ein. Allerdings hatte seine Karriere zuletzt einen Knick: Franziskus setzte ihn als Leiter der internationalen Caritas ab.

Unter den zehn laut den Wettbüros aussichtsreichsten Kandidaten befindet sich mit Münchens Erzbischof Kardinal Reinhard Marx auch ein Deutscher (Quote: 21.00). Als deutlich aussichtsreicher gelten für die Zocker jedoch der Chef der italienischen Bischofskonferenz Matteo Zuppi, der Vatikan-Vermittler im Ukraine-Krieg war (Quote: 6.00) oder der Ghanaer Peter Turkson (Quote: 7.50), den Franziskus zum Kanzler der Päpstlichen Akademien der Wissenschaften ernannt hatte. Ein weiterer Favorit bei Vatikan-Experten, aber auch bei Zockern ist Pierbattista Pizzaballa, der Patriarch von Jerusalem (Wettquote: 11.00). Pizzaballa sieht sich im Nahost-Konflikt als Brückenbauer. Er spricht ausgezeichnet Hebräisch. Mit seinen 60 Jahren ist er einer der jüngsten Kandidaten, was ihm eher schaden dürfte: Da ein Papst auf Lebenszeit gewählt wird, wäre bei ihm eine extrem lange Amtszeit erwartbar.
K. RIMPEL

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