Schlüsselübergabe: Klaus Thielen (links) überlässt den Wegscheiders mietfrei sein leer stehendes Haus. © Pfeiffer
Ramsau – Die Wegscheiders aus Ramsau im Berchtesgadener Land haben durch ein Feuer alles verloren. Seit vor wenigen Wochen ihr Zuhause abgebrannt war, haben sie eine große Hilfsbereitschaft erlebt. Über 33 000 Euro sind für die Familie gespendet worden. „Dass so viele Menschen an uns gedacht haben, hat uns einfach umgehauen“, sagt Florian Wegscheider. Unter den Helfern war auch Klaus Thielen. Er hatte in unserer Zeitung von dem Schicksal der fünfköpfigen Familie gelesen. „Für mich war klar, dass ich helfen will“, erzählt er. Und er konnte helfen. Denn ihm gehört ein leer stehendes Haus. Dort darf die Familie nun erst mal mietfrei wohnen, die Nebenkosten bezahlen die Wegscheiders. Sie sind unendlich dankbar für die Hilfe.
Doch es ist nur eine Hilfe auf begrenzte Zeit. Denn das Haus soll verkauft werden. Die Familie kann bis Herbst dort wohnen bleiben. Möbel waren vom Vorbesitzer übriggeblieben. Dazu bekamen die Wegscheiders unzählige Umzugskartons voller Sachspenden: Kleidung, Spielsachen, Geschirr. „Die Hilfsbereitschaft ist unfassbar“, sagt Catharina Wegscheider. „Wir sind einfach nur dankbar.“
Doch nicht zu wissen, wie es ab Herbst weitergeht, nagt an der Familie. Florian Wegscheider hatte einen Hausmeisterservice, doch seine gesamte Ausrüstung ist verbrannt. Der Dachstuhl der Ruine ist einsturzgefährdet, der Wiederaufbau scheint ausgeschlossen. Und ein Rechtsstreit mit dem Eigentümer bahnt sich an. Die Familie hatte keine Hausratsversicherung abgeschlossen.
KILIAN PFEIFFER