Ein runder Geburtstag zum Patronatstag

von Redaktion

Gebirgsschützen feiern am Wochenende in Benediktbeuern nicht nur ihre Schutzherrin Maria

In Reih und Glied: Die Gebirgsschützen bei einem Alpenregionstreffen unter der Zugspitze. Am Wochenende findet der Patronatstag in Benediktbeuern statt. © Picture Alliance

Benediktbeuern – Mit Fahnen, Musik und im Gleichschritt werden die Bayerischen Gebirgsschützen am Sonntag durch Benediktbeuern marschieren. An diesem Tag haben die erwarteten 4500 Teilnehmer gleich zwei Gründe zum Feiern: Zum einen ihren Patronatstag, den sie jedes Jahr am ersten Maisonntag ihrer Schutzherrin, der Gottesmutter Maria, widmen. Zum anderen den 500. Geburtstag der Kompanie Benediktbeuern-Ried, die damit zu den ältesten in Bayern gehört.

1525 wurde die Gründung einer Wachmannschaft für das Klostergebiet von Abt Matthäus Reuchlin in einem Brief an Herzog Ludwig X. festgehalten. Nötig geworden waren die Bewacher, weil es rund um Bayern rumorte. Die Gebirgsschützen wurden zum Schutz der Heimat vor Aufständischen an der Grenze postiert.

Heute sind die Gebirgsschützen nicht mehr aktiv im Einsatz, sondern als Repräsentanten Bayerns unterwegs. Ihre Montur bekommen sie allerdings nur gestellt, wenn die jeweilige Kompanie eine Monturkammer hat. „Sonst müssen sie sich ihre Montur schneidern lassen, das kostet rund 1000 Euro“, erklärt der Landeshauptmann Martin Haberfellner. „Dennoch kann der Gebirgsschütze nicht frei über die Montur verfügen, sondern muss sie, falls er aus dem Amt treten sollte, an die Kompanie abgeben.“ Streng geht es auch bei den Waffen zu, denn die richtigen Gewehre, Karabiner genannt, dürfen erst ab 25 Jahren getragen werden, die jüngeren bekommen Attrappen.

Lockerer sind die Regeln beim Dialekt und Glauben. „Wir haben schon ein paar, die nicht muttersprachlich Bairisch sind“, sagt der Chef der Gebirgsschützen. „Wir haben bestimmt auch manche dabei, die aus der Kirche ausgetreten oder evangelisch sind – das ist aber egal, wenn sie sich mit unserer katholischen Tradition identifizieren können.“

Bei den Festzügen fällt den Besuchern schnell auf, dass fast nur Männer daran teilnehmen. „Wir wollen ein Bild der Geschichte wiedergeben, denn die frühere Zeit der Gebirgsschützen geht auf Männer zurück“, erklärt Haberfellner. Deswegen seien bei ihnen auch die Strukturen etwas anders. Ganz ausgeschlossen sind Frauen aber nicht, denn sie können in einigen Kompanien passive Mitglieder, Teil der Spielmannszüge sein oder auch am Schießstand stehen. „Nur beim Gewehrtragen nehmen wir noch strikt Bezug auf die Vergangenheit“, erklärt Haberfellner. Eine weitere Möglichkeit ist der Beitritt als Marketenderin, allerdings müssen die Frauen dafür unverheiratet sein.

Obwohl das Konzept auf den ersten Blick veraltet wirken mag, haben die Gebirgsschützen keine Nachwuchsprobleme. „Ich glaube, das Gemeinschaftsgefühl bei uns finden viele einzigartig“, sagt der Landeshauptmann. Vor allem in den kleinen Orten und Gemeinden gehört es laut Haberfellner für viele Burschen dazu, den Gebirgsschützen beizutreten.

An den Festtagen in Benediktbeuern am Wochenende zeigen die Gebirgsschützen ihre Verbundenheit zu Glauben und Tradition. Am Samstagabend gibt es ab 19 Uhr eine Serenade mit Totenehrung und Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal mit anschließendem großem Festabend im Festzelt. Am Sonntag sammeln sich die Gebirgsschützen aller 47 Kompanien ab 8 Uhr zum Kirchenzug und Gottesdienst. Unter den Gästen werden viele Politiker sein. Darunter etwa Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW), Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU). Und natürlich Ministerpräsident Markus Söder, der sich seit fünf Jahren Ehrenmitglied der Gebirgsschützen nennen darf.
MARIE-THERES WANDINGER

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