Ein Abensberger Feuerwehrmann holt Kater Vero aus dem Motorraum des Transporters. © privat
München/Abensberg – Sie konnte ihren Kater Vero einfach nicht finden. Also schaute eine Münchnerin am Donnerstag auf ihrem Handy nach – denn sie hatte ihrer Katze glücklicherweise einen Tracker umgehängt, der ihr Veros Standort übermittelt. Die Frau traute ihren Augen nicht: Vero war gar nicht mehr bei ihr in München – sondern 100 Kilometer entfernt. Im niederbayerischen Abensberg.
Hatte er genug von Feinstaub, Stress und Großstadt? Oder sollte es ein Ausflug zum 1. Mai werden? Weder noch: Vero war unbemerkt in den Motorraum des Transporters der Nachbarin geklettert. Sein Frauchen folgte mit ihrem Handy Veros Spur und reiste ihm nach Abensberg hinterher. Sie gelangte zum Transporter der Nachbarn, der auf der Gillamoos-Wiese stand. Die Nachbarn selbst waren nicht dort. Der Frau blieb nichts anderes übrig, als die Feuerwehr zu alarmieren, denn Vero konnte sich nicht mehr befreien.
„Das Ehepaar war für einen Rad-Ausflug nach Abensberg gefahren“, berichtet Kommandant Konrad Bauer. „Der Kater muss sich im Motorraum verfangen haben.“ Als die Feuerwehrmänner anrückten, miaute Vero herzzerreißend. „Man sah nur seine Schwanzspitze aus dem Motorraum herausragen“, sagt Bauer. Die Feuerwehr versuchte erst, den Motorraum aufzumachen und Vero rauszuholen. „Die Polizei Kelheim führte derweil eine Halterabfrage durch und konnte das Ehepaar finden – das saß gerade im Biergarten beim Kaffeetrinken“, berichtet der Kommandant. Die Feuerwehr chauffierte die beiden mit dem Einsatzfahrzeug zurück zur Gillamoos-Wiese. „Blaulicht inklusive“, so Bauer. Mit dem Autoschlüssel konnten die Retter die Motorhaube öffnen, Vero rausholen – und ihn seiner dankbaren Besitzerin zurückgeben. Die brachte Vero auf weniger abenteuerlichem Weg nach Hause.
THOMAS GAUTIER