Blitz-Rekord in Rosenheim

von Redaktion

Statistik: Südbayern ist Gewitter-Hotspot

Das verkohlte Oberteil einer deutschen Wanderin in Tschechien. © Bergrettung

Ein kräftiger Blitz erleuchtet den Himmel über einer Tankstelle bei Seukendorf im Kreis Fürth. Bayerns Gewitter-Hochburgen liegen aber im Süden. © Oßwald/News5/pa

München – Vergangenes Jahr hat in Bayern 56 664 Mal der Blitz eingeschlagen. Das ist ein leichter Anstieg und mehr als jeder Vierte der bundesweit 209 619 Einschläge, wie aus Zahlen des Blitz-Informationsdienstes Aldis/Blids hervorgeht. Deutsche Blitzhauptstadt war Rosenheim, das seinen Titel aus dem Vorjahr mit 2,98 Blitzen pro Quadratkilometer im Gesamtjahr 2024 mit großem Abstand verteidigte.

Auch die Plätze zwei bis zwölf bei der Blitzdichte gehen an Bayern: Auf Platz 2 folgt der Landkreis Miesbach mit 2,29 Blitzen pro Quadratkilometer vor der kreisfreien Stadt Kempten mit 2,22 und den Landkreisen Weilheim-Schongau mit 2,17, Rosenheim mit 2,12 und Starnberg mit 2,09. Auch Garmisch-Partenkirchen, Ostallgäu, Kaufbeuren, Bad Tölz-Wolfratshausen, München (Landkreis) und Landsberg am Lech schaffen es in das bayerische Spitzendutzend. Der Alpenrand war offensichtlich – wie häufig – erneut der wichtigste Gewitterhotspot Deutschlands. Doch auch das andere Ende der deutschen Skala findet sich in Bayern. Bayreuth Stadt hat mit 0,11 Blitzen pro Quadratkilometer die bundesweit niedrigste Blitzdichte.

Die von Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die daher teilweise zu deutlich anderen Ergebnissen kommen. In der hier genannten Statistik zählen nur Erdblitze – also Einschläge und keine Entladungen in den Wolken – und jeder Blitz nur einmal. Häufig kommt es nämlich vor, dass durch einen Blitzkanal in kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. Wurden in früheren Statistiken dabei teils mehrere Blitze gezählt, ist es jetzt nur noch einer.

Unterdessen wurden am Wochenende deutsche Wanderer bei einem Blitzschlag in Tschechien verletzt. Das Unglück ereignete sich in der Nähe des Ortes Tisa im Bezirk Usti nad Labem. Die Rettungskräfte fanden die beiden Deutschen unter einem Baum, wo sie vermutlich Schutz vor dem Unwetter gesucht hatten. Rettungskräfte brachten einen älteren Mann mit schweren Verletzungen in ein Traumazentrum, die ältere Frau kam mit mittelschweren Verletzungen in ein Krankenhaus.
DPA/MM

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