Kopfschuss auf dem Supermarkt-Parkplatz

von Redaktion

34-Jährige aus Franken in Österreich getötet – Mutmaßlicher Täter weiter auf der Flucht

Gesucht: Nach Krisztian Papp wird gefahndet. © Polizei

Maria Alm – Schon vor neun Jahren hatte Jennifer Z. (34) ihre fränkische Heimat Kronach verlassen und kurz hinter der bayerischen Grenze in Unken im Pinzgau im idyllischen „Post Family Resort“ angeheuert. Dort lernte die ausgebildete Sommelière auch Krisztian Papp (32) kennen – doch die Liebe zu der ungarischen Service-Kraft währte nur acht Monate und endete am Samstagmorgen in einer regelrechten Hinrichtung auf einem Supermarkt-Parkplatz in Maria Alm.

Während vom Täter am Montag noch immer jede Spur fehlte, saß der Schock im Salzburger Land weiter tief: „Sie hatte hier ihre Familie gefunden“, sagt ihre Chefin. „Sie fehlt als Mensch und als Mitarbeiterin.“ Freitagabend hatte sie um einen früheren Feierabend gebeten. Um 22.10 Uhr verließ sie das Lokal, um mit ihrer besten Freundin ins 40 Kilometer entfernte Maria Alm zu fahren. „Wir wussten, dass sie von ihrem Ex die Schlüssel zum Haus abholen wollte“, sagt ihr Chef. „Aus Angst vor ihm hatte sie bereits das Wohnungsschloss austauschen lassen.“

Um 8 Uhr am nächsten Morgen weckte die Spezialeinheit Cobra Jennifers Nachbarin: „Sie wollten ins Haus gelassen werden, weil sie dachten, der Ex-Freund hat sich hier verschanzt.“ Doch Krisztian Papp war mit einem unterschlagenen Skoda schon über alle Berge. Die Nachbarin sah ihn früher oft im Haus: „Er lebte einige Zeit hier. Man hörte sie oft auf Englisch streiten. Und ihre Freundin riet ihr einmal, sie solle endlich Schluss machen mit dem Kerl.“ Sie solle sich „das“ nicht mehr gefallen lassen.

Der Salzburger Staatsanwalt Florian Weinkamer erklärte, dass Jennifer Z. schon im Dezember Anzeige erstattet hatte. Sie verdächtigte Papp, einen Adventskranz in ihrer Wohnung beschädigt zu haben. Der bestritt die Vorwürfe. Später übermittelte er über WhatsApp unter anderem eine Nachricht an das Opfer, wonach er – in die deutsche Sprache übersetzt – deren Leben ‚zu einem Albtraum‘ machen werde.“

Doch da keine konkrete „Übelsandrohung“ vorgelegen habe und die Beschädigung des Kranzes Krisztian Papp nicht zugeordnet werden konnte, wurde das Verfahren im Januar eingestellt. Seine legal erworbene Waffe durfte er behalten – und brachte seine Ex mit einem Kopfschuss um. Ihre beste Freundin musste im Rückspiegel alles mit ansehen.

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