Stuttgart – Am nächtlichen Firmament zeigt sich im Juni vor allem ein Planet deutlich: Die Venus beherrscht mit ihrem Glanz den Morgenhimmel. Sie geht immer früher auf, der Morgenstern strebt immer nördlichere Positionen im Tierkreis an. Anfang Juni erscheint Venus etwa zwanzig Minuten vor vier Uhr morgens am Nordosthimmel, zum Monatsende bereits kurz vor drei Uhr.
Schon am 1. erreicht unser innerer Nachbarplanet mit 46 Grad seinen größten westlichen Winkelabstand von der Sonne. Entsprechend früher steigt Venus vor der Sonne über den Nordosthorizont. Im Teleskop erscheint der Planet am 1. halb beleuchtet wie ein kleiner Halbmond. Am 22. sieht man gegen 3:30 Uhr am Morgenhimmel knapp über dem Osthorizont die Sichel des abnehmenden Mondes nahe bei der Venus.
Der flinke und sonnennächste Planet Merkur zeigt sich nur selten. Im Juni kann man ihn zum zweiten und auch zum letzten Mal in diesem Jahr am Abendhimmel erspähen. In der zweiten Augusthälfte und der zweiten Dezemberhälfte wird man ihn am Morgenhimmel sehen können.
Die Tage vom 16. bis 22. Juni sind die günstigsten, um Merkur knapp über dem Westhorizont zu erkennen. Ein Fernglas kann hier hilfreich sein. Erst eine Viertelstunde nach 22 Uhr ist es dunkel genug, um Merkur mit bloßen Augen auszumachen. Zwanzig Minuten später versinkt der Benjamin der Planeten im dichten, horizontnahen Dunst.
Mars ist Planet der ersten Nachthälfte. Er eilt rechtläufig durch das Sternbild Löwe und zieht am Abend des 17. knapp nördlich an Regulus, dem Löwen-Hauptstern, vorbei. Der Marsuntergang erfolgt am 1. um 1:40 Uhr Sommerzeit. Am Monatsletzten geht der inzwischen immer lichtschwächer werdende Mars schon um 23:12 Uhr unter.
Jupiter hat sich vom Abendhimmel zurückgezogen. Allenfalls zu Monatsanfang kann man ihn mit einem Fernglas noch aufstöbern. Am 1. geht der helle Riesenplanet um 21.38 Uhr unter. Am 12. wechselt er aus dem Sternbild Stier in die Zwillinge. Am 24. wird der Riesenplanet von der Sonne eingeholt und steht in Konjunktion mit ihr. Er hält sich am Taghimmel auf und bleibt nachts unbeobachtbar unter dem Horizont.
Der Fixsternhimmel zeigt sich nun sommerlich. Der Große Wagen ist hoch am Nordwesthimmel zu sehen, während sich die Kassiopeia im Nordosten anschickt, höher zu steigen. Besser bekannt ist die Kassiopeia als Himmels-W – nach der Anordnung ihrer Sterne, die an den Buchstaben „W“ erinnern.
Das Frühlingsdreieck, das sich aus Arktur im Bootes, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau zusammensetzt, hat sich in die westliche Himmelshälfte begeben. Im Osten ist dagegen das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler bereits komplett aufgegangen. Tief im Norden zeigt sich die in unseren Breiten zirkumpolare Kapella, der hellste Stern im Sternbild Fuhrmann.
Vollmond tritt am 11. um 9.44 Uhr ein. Die Nacht vom 10. auf 11. ist die kürzeste Vollmondnacht im Jahr 2025, wobei der Vollmond auch die geringste Höhe über dem Südhorizont erreicht. Am 7. erreicht der Mond mit 405553 Kilometern seine größte Erdentfernung.
Die Sonne erklimmt am 21. um 4.42 Uhr den Gipfel ihrer Jahresbahn, die Sommersonnenwende tritt ein. Um diese Uhrzeit passiert unser Zentralgestirn den Sommerpunkt. Der Sommerpunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs. Von da an nimmt die Höhe der Sonne wieder ab, sie sinkt zum Herbstpunkt am Himmelsäquator. Bereits um 17 Uhr am selben Tag wechselt die Sonne aus dem Sternbild Stier in das Sternbild Zwillinge.
Zu Sommerbeginn erreicht die Sonne ihre größte Mittagshöhe. Der 21. Juni ist der längste Tag des Jahres, gefolgt von der kürzesten Nacht. In Hamburg scheint die Sonne – auch wenn sie sich hinter Wolken verbirgt – 17 Stunden und zwei Minuten, in München 16 Stunden und drei Minuten.