Messerstecher vor der Abschiebung

von Redaktion

Würzburg – Gut vier Jahre nach der tödlichen Messerattacke eines psychisch kranken Geflüchteten auf drei Frauen in Würzburg steht die Abschiebung des Mannes im Raum. Nach dem Verbrechen sei der Schutzstatus bestandskräftig widerrufen worden. Die zuständige Ausländerbehörde habe die Ausweisung aus der Bundesrepublik entschieden, teilte das Landesamt für Asyl und Rückführungen mit. Der Somalier, der laut mehreren Gutachten psychisch krank ist, sei zur Ausreise verpflichtet.

Der Mann war ohne Papiere nach Deutschland eingereist. Für seine Abschiebung müssen laut Landesamt mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Etwa bedarf es „eines zur Rückführung geeigneten Personaldokuments, einer geeigneten Flugverbindung sowie der Bereitschaft des Herkunftslandes, die rückzuführende Person aufzunehmen“, sagte ein Sprecher. „Ein Passersatzbeschaffungsverfahren wurde bereits in die Wege geleitet.“

Ob die Abschiebung direkt aus der Unterbringung in der Psychiatrie heraus erfolgen kann, prüft derzeit die Generalstaatsanwaltschaft München. Dort verweigert der Mann seinem Pflichtverteidiger zufolge jedes Therapieangebot: „Er ist eine Gefahr für die Allgemeinheit.“ Abschiebungen nach Somalia sind grundsätzlich möglich, vor allem bei Schwerkriminellen, aber wegen der Sicherheitslage in Ostafrika selten.
DPA

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