Will klagen: Bürgermeister Floerecke. © Gemeinde/Archiv
Emmering – Die Gemeinde Emmering (Kreis Fürstenfeldbruck) will gegen die jüngste Einwohnerzählung juristisch vorgehen. Beim sogenannten Zensus hatte das Bayerische Landesamt für Statistik mit Stichtag vom 15. Mai 2022 für Emmering genau 6579 Einwohner ermittelt. Das Einwohnermeldeamt der Gemeinde Emmering kam dagegen auf einen Stand von 7034 Einwohnern. Nach einer Beschwerde wurde die Zahl vom Landratsamts ohne weitere Erläuterung leicht nach oben korrigiert, auf 6712 Einwohner.
Doch das reicht der Gemeinde nicht. Die Zahl der Einwohner sei entscheidend für Zuschüsse beim jährlichen Finanzausgleich, sagt Bürgermeister Stefan Floerecke (CSU). Das Geld dafür kommt vom Freistaat. Nach Angaben aus der Finanzverwaltung geht man in der Gemeinde von einem jährlichen Verlust von 320 000 Euro aus, wenn es bei den derzeitigen Berechnungen der Statistiker des Freistaates bleibt. Auf die zehn Jahre gesehen wären das insgesamt 3,2 Millionen, die im sowieso eng gestrickten Haushalt Emmerings fehlen würden. Man habe die eigenen Datensätze mehrfach geprüft, sage der Rathauschef. Man könne also gut vorbereitet in die Auseinandersetzung gehen.
Die Kosten einer Klage will Floerecke in Kauf nehmen. Er hatte zwar auf ein gemeinsames Vorgehen gehofft, da mehrere Gemeinden im Landkreis Verluste bei der Einwohnerzählung verkraften mussten. „Mein Vorstoß war allerdings erfolglos.“
HANS KÜRZL