Tiefdunkle Wolken sind am Mittwochabend am Himmel über der Münchner Altstadt mit der Frauenkirche zu sehen. © Matthias Balk/dpa
Blitzschauspiel: Auch in Straubing gewitterte es gestern Abend heftig. © Armin Weigel/dpa
Etwa zwei Zentimeter groß waren die Hagelkörner rund um Farchant.
Hagel ging am Mittwochabend auch in Freising nieder, hier auf einem Privatgrundstück. © Oliver Menner
Hagelmassen über dem Golfplatz Karwendel bei Wallgau vom Dienstagabend. © Merzbach/NEWS5
München/Farchant – Kurz, aber heftig. Sturmtief „Tim“ hat am Mittwochabend Teile Bayerns durchgewirbelt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rief gebietsweise die höchste Unwetterwarnstufe vier aus – zunächst für Schwaben und Oberbayern, später auch für Gebiete in Mittelfranken, Niederbayern und der Oberpfalz. Die Meteorologen warnten vor Gefahr durch Blitzschlag oder herabstürzende Bäume. Die Bürger riefen sie auf, sich nicht im Freien aufzuhalten.
In München und in umliegenden Landkreisen wie Freising hagelte es. Auch Starkregen fiel, Sturmböen fegten übers Land hinweg. In Regensburg wurde schon am Nachmittag vorsorglich ein Campusfest abgebrochen, das jährlich rund 12 000 Besucher anzieht. In Germering wandte sich der Betreiber einer Edeka-Filiale, ebenfalls schon am Nachmittag, in den Sozialen Netzwerken an die Bewohner – und kündigte an, das Supermarkt-Parkhaus für Autos zu öffnen, die sonst einen Hagelschaden erleiden könnten. Auch das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Portugal in München war betroffen (siehe Sportteil). Insgesamt wurden keine größeren Schäden bekannt. Hier und dort liefen Keller voll, im Raum Ingolstadt wurden umgestürzte Bäume gemeldet.
Zwar lag der Kern des Sturmtiefs über dem Nordostatlantik zwischen Island und Schottland, jedoch reichte sein Einflussbereich bis nach Mitteleuropa. Schon am Mittwochmorgen zog ein mit Gewittern durchsetztes Regengebiet nach Nordosten.
Den Vorgeschmack auf „Tim“ bekamen die Bewohner von Farchant, Oberau und den umliegenden Dörfern im Landkreis Garmisch-Partenkirchen schon am Dienstagabend zu spüren. Ein Unwetter mit kräftigem Hagel zog über die Gemeinden in Südbayern hinweg. Auf bis zu 40 Zentimeter stapelten sich die Eisklumpen, was zur Folge hatte, dass Gullys verstopften und das Wasser nicht mehr abfließen konnte. In den Straßen war es plötzlich so weiß, wie man es sonst nur aus den Wintermonaten kennt.
Anwohner rückten mit Schneeschaufeln aus, um den Hagel aus den Einfahrten zu räumen. Autofahrer suchten Schutz unter Tankstellendächern. Größere Schäden an Autos blieben zumindest am Dienstagabend aus, die Kügelchen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hatten eine Größe von maximal zwei Zentimetern. Die örtlichen Feuerwehren waren dennoch im Dauereinsatz, etwa um vollgelaufene Keller leer zu pumpen.