Rabiate Auslese im Storchennest

von Redaktion

Ein Storch startet aus seinem Horst auf einem Schornstein. Die Vögel leiden unter der Trockenheit. © Karmann/dpa

München – Verhungerte Vogelküken und weniger Eier in den Nestern – die lange Trockenheit macht manchen Vogelarten in Bayern schwer zu schaffen. Ob der Regen die Lage verbessern kann, muss sich noch zeigen. Unter dem trockenen Wetter in den vergangenen Monaten leiden nach Angaben des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) in Hilpoltstein vor allem Störche, Kiebitze und seltene Feuchtwiesen-Vögel wie Uferschnepfe, Brachvogel und Rotschenkel.

„Wegen des ausbleibenden Regens im Frühjahr finden die Störche für sich und ihre Jungen weniger kleine Beutetiere wie Regenwürmer, Amphibien und Mäuse“, erläutert Storchen-Expertin Oda Wieding. So habe sie von Horstbetreuerinnen und Horstbetreuern aus mehreren Landkreisen gehört, dass einige Storcheneltern nicht mehr in der Lage seien, ihren Nachwuchs zu füttern. Die Konsequenz: Sie werfen Küken aus dem Nest, um wenigstens die anderen durchbringen zu können, wie Wieding erläutert.

Ob der Regen in den zurückliegenden Tagen Entspannung bringt, können die Expertinnen noch nicht sagen. Es werde sich erst langfristig zeigen, wie gut die Störche durch diese Saison kommen, sagte Wieding. „Das ist auch immer von Region zu Region unterschiedlich.“ Die Verluste einzelner Jungvögel seien aber kein Grund zur Sorge. Die Population des Weißstorches in Bayern gelte als stabil.

Artikel 11 von 11