Wird abgeschossen: Gänsesäger. © Peter Kneffel/dpa
München/Ismaning – Seit 2022 werden an der Isar bei Ismaning und Bad Tölz sowie am Lech und einigen anderen bayerischen Flüssen Gänsesäger testweise abgeschossen. Die Entenart wird für das Sterben der Äsche, einer gefährdeten Fischart, verantwortlich gemacht. Nun hat der Landtag das Projekt um ein Jahr verlängert. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) kritisiert das. Erneut seien „unnötige Abschüsse der Vögel“ beschlossen worden, obwohl das keinen Erkenntnisgewinn bringe. Es seien bereits viel zu viele Vögel abgeschossen worden, kritisiert LBV-Landesfachbeauftragter Andreas von Lindeiner. Der LBV hatte zunächst ebenso wie der Bund Naturschutz das Projekt begleitet, war im vergangenen Jahr jedoch verärgert ausgestiegen. „Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass Gänsesäger und andere Tierarten, die sich von Fisch ernähren, zu den Hauptschuldigen für den schlechten Erhaltungszustand bestimmter Fischarten gemacht werden“, erklärte von Lindeiner.
Befürchtet wird im LBV, dass neben dem Gänsesäger jetzt dem Silberreiher ein ähnliches Projekt droht. Durch Zusatzbeschlüsse des Landtags seien Datensammlungen zu dieser Vogelart beschlossen worden. Es sei zu erwarten, dass daraus neue Allgemeinverfügungen zum Abschuss vorbereitet werden.DW