Kirchenbesucher stoppen Brandstifter

von Redaktion

Zugspitz-Karte als Dank für mutigen Einsatz

Die Pfarrkirche St. Martin.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr untersuchen die Brandspuren in der Garmisch-Partenkirchner Pfarrkirche. © Dominik Bartl (2)

Garmisch-Partenkirchen – In der katholischen Pfarrkirche Sankt Martin in Garmisch-Partenkirchen hat es am Samstagnachmittag gebrannt. Ein 28-Jähriger wird laut Polizei verdächtigt, an mehreren Altären vorsätzlich Feuer gelegt zu haben, und wurde auf Anordnung eines Ermittlungsrichters einstweilig in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Zwei Kirchenbesucher löschten die Flammen, noch bevor die Feuerwehr eintraf. Und sie überwältigten den Tatverdächtigen.

Andreas Eiben, der Verwaltungsleiter der Pfarrei, äußerte sich beeindruckt von der „großen Zivilcourage“ der beiden Kirchenbesucher, die der Gemeinde noch nicht namentlich bekannt seien. Sie hätten Mut bewiesen in einer Situation, die auch für sie selbst nicht ganz ungefährlich gewesen sei. Der mutmaßliche Brandstifter habe „wild um sich geschlagen“ und später auch noch versucht, einen Feuerwehrmann zu treten. Die Pfarrgemeinde wolle sich auf jeden Fall bei den beiden Kirchenbesuchern bedanken, am liebsten schon beim Pfarrfest kommende Woche. Der Rahmen hänge aber auch davon ab, „ob sie das wollen“. Als Dankeschön angedacht sei etwa eine Jahreskarte für die Bayerische Zugspitzbahn.

Der Tatverdächtige hatte nach seinen Worten bereits zwei Altardecken mit einem Feuerzeug angezündet, als die beiden Kirchenbesucher zufällig zur Tür hineinkamen. Die zwei Altäre sind vollständig aus Holz und gehören zur Barockausstattung der Kirche.

Der Brandstifter hatte sich gegen seine Festnahme gewehrt und zwei Polizistinnen sowie einen Man verletzt, der ihn festgehalten hatte. Der Sachschaden wird auf einen hohen vierstelligen Betrag geschätzt. „Wir haben ein Riesen-Glück gehabt“, sagt Eiben erleichtert. „Wären die Besucher nur fünf Minuten später gekommen, hätte es ein zweites Notre-Dame gegeben.“KNA

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