LIEBE KINDER

von Redaktion

„Ach, ich hätte so gerne einen Drachen“, brummte Waschbär Waldemar gestern, als er von einem Spaziergang zurückkam. Klara sah ihn erschrocken an. „Einen Drachen?“, schnatterte sie, „du meinst so ein feuerspuckendes Untier mit Krallen und einem schuppigen Schwanz, mit dem es um sich schlägt?“ „Klara“, quakte ich, „manchmal geht wirklich die Fantasie mit dir durch. So ein Tier gibt es gar nicht.“

„So einen Drachen meine ich auch nicht“, brummte Waldemar. „Ich will einen Drachen an einer Schnur, wie ihn die Zweibeiner am Himmel steigen lassen.“ „Ach, ok, die sind wirklich schön“, quakte Klara. „Superschön“, seufzte Waldemar. „Drüben auf der Wiese sind grade junge Zweibeiner mit Drachen.“ Waldemar hatte uns neugierig gemacht, also watschelten wir mit ihm zur Wiese hinüber.

„Heute ist auch ein guter Wind zum Drachen steigen lassen“, schnatterte Agnes, „nicht zu schwach und nicht zu stark, und vor allem kein Gewitter in Sicht.“ „Gewitter wäre ungemütlich“, brummte Waldemar. „Nicht nur ungemütlich, sondern gefährlich“, schnatterte Agnes. „Schon wenn ein Gewitter aufzieht, ist die Luft so geladen, dass die Schnur eines Drachens elektrischen Strom leiten könnte. Da braucht es noch gar keinen Blitz.“ „Stromleitungen sind auch gefährlich, oder?“, quakte Klara. „Ja, von Stromleitungen muss ein Drachen großen Abstand halten.“

Eure Paula

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