von Redaktion

„Stellt euch vor!“, schnatterte Agnes und rückte ihre Brille zurecht. „Ich habe in der Bibliathek über griechische Mythologie gelesen.“ „Mytho… was?“, quakte Klara verdutzt. „Mythologie“, erklärte Agnes wichtig. „Das sind alte Geschichten von Göttern und Helden. Und ich muss euch unbedingt die Geschichte vom Trojanischen Pferd erzählen!“ Agnes begann geheimnisvoll: „Alles fing mit Helena an. Sie war so schön, dass sich viele Könige und Fürsten um sie stritten. Am Ende heiratete sie Menelaos, den König von Sparta. Aber dann verliebte sich Paris, ein Prinz aus Troja, in Helena und entführte sie. Manche sagen auch, sie sei freiwillig mit ihm gegangen. Jedenfalls führte das zu einem gewaltigen Krieg.“ Klara seufzte verträumt. „Ach, wie romantisch! Ein Prinz, der eine Frau so sehr liebt, dass er sie mitnimmt.“ „Oder so egoistisch, dass er einen Krieg auslöst“, schnatterte ich pragmatisch. Agnes nickte ernst. „Stell dir mal den Ärger vor: zehn Jahre lang kämpften die Griechen gegen die Trojaner! Und dann kam die berühmteste List der Geschichte. Die Griechen bauten ein riesiges hölzernes Pferd. Sie taten so, als würden sie aufgeben und das Pferd als Geschenk zurücklassen. Die Trojaner holten es in ihre Stadt – und nachts kletterten die versteckten Krieger aus dem Bauch des Pferdes und öffneten die Tore. So fiel Troja.“ „Also lag am Ende alles an einem Pferd?“, fragte Klara staunend. „Naja“, quakte ich, „eher an zu viel Liebe und ein bisschen zu viel Leichtsinn.“

Eure Paula

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