Halloween-Gottesdienst sorgt für Kritik

von Redaktion

Pfarrvikar mit Dracula-Umhang und offener Sarg – bei einigen Freisingern kam das nicht gut an

Mit Dracula-Umhang feierte der Freisinger Pfarrvikar Michael Korell den Halloween-Gottesdienst. Nun gab es Kritik.

Freising – Halloween und katholische Kirche – aus Sicht des Freisinger Pfarrvikars Michael Korell passt das zusammen. Deshalb setzte er sich für einen Halloween-Gottesdienst am 31. Oktober in der Aussegnungshalle des Stadtfriedhofs ein. Es gab viel Kunstnebel, einen halb offenen Sarg und Korell selbst hatte sich einen Dracula-Umhang übergeworfen. Rund 50 Gäste waren gekommen und waren begeistert von der Idee des Pfarrvikars. Doch nun gibt es Gegenwind. Einige Personen bezeichnen den Gottesdienst als „unwürdig“ oder sogar „okkult“. Auch wenn die Kritik nur von drei bis vier Gläubigen kommt, wie Stadtpfarrer Daniel Reichel sagt, müsse sie ernst genommen werden. Deshalb hat die Stadtkirche am Dienstag eine umfangreiche Stellungnahme samt Entschuldigung in den Sozialen Medien hochgeladen. „Ja, der Name Halloween-Gottesdienst ist problematisch“, sagt der Stadtpfarrer gegenüber unserer Zeitung. „Es war ja eine Andacht und keine heilige Messe. Und wir hätten das Konzept im Vorfeld besser vorstellen sollen.“

Korell betont: „Ich wollte damit einfach die Menschen abholen, die vielleicht keinen Bezug zur Kirche haben. Und das hat ja auch geklappt, es waren Leute da, die habe ich nicht mal zu Weihnachten in der Messe gesehen.“ Er habe sich in das Thema eingelesen, der Abend vor Allerheiligen habe katholische Ursprünge. Und er habe zwar einen Dracula-Umhang getragen, sei aber nicht als Vampir geschminkt gewesen. Auch sonst gab es keinen Klamauk, sondern eine kurze Predigt, Kirchenlieder, ein gemeinsames Vaterunser und das alles in der Aussegnungshalle, nicht in der Kirche. Der Pfarrvikar betont aber, die Kritik werde ernst genommen. RICHARD LORENZ

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