Ist die Wohnung zu kühl, kann sich Schimmel bilden. © Christin Klose
Schwindelfrei: Schornsteinfeger Tobias Kollmeder unterwegs auf einem Dach in der Münchner Maxvorstadt. © Privat
München – Die kalte Jahreszeit hat begonnen – zu Hause wird wieder eingeheizt. Aber wie warm sollte welches Zimmer sein? Und wie lässt sich Energie sparen und gleichzeitig Schimmel vermeiden? Tobias Kollmeder muss es wissen. Der 29-Jährige ist Schornsteinfegermeister und seit 2024 Bezirkskaminkehrer in der Münchner Maxvorstadt. Das sind seine Heiz-Tipps für den Winter.
■ Die optimale Raumtemperatur
„Energiesparen ist super“, sagt Tobias Kollmeder. Kühlt die Wohnung allerdings zu stark herunter, kann sich Schimmel bilden. Und Schimmelschäden zu entfernen, ist teuer und nicht nachhaltig, sagt er. Im Wohnzimmer sollte die Temperatur zwischen 20 und 22 Grad liegen. „So ist es am behaglichsten.“
Der Vorteil einer Küche ist, dass die Geräte die Wärme in die Höhe treiben. Und zwar nicht nur der Herd oder der Ofen beim Kochen oder Backen. Auch der Kühlschrank sondert Wärme ab. Idealerweise liegt die Temperatur in der Küche im Winter zwischen 19 und 21 Grad. Den Flur könne man ruhig kälter halten, sagt der Profi. Wichtig ist, die Türen der einzelnen Räume zu schließen, wenn geheizt wird. Ansonsten heize man wortwörtlich zur Tür hinaus, sagt Kollmeder.
Das Schlafzimmer mag Kollmeder selbst eher kühl, er empfiehlt eine Temperatur zwischen 16 und 18 Grad. Die Temperatur im Bad sollte zwischen 20 und 22 Grad liegen. „In dem Raum ist es besonders wichtig, zu heizen und ordentlich zu lüften. Besonders nach dem Duschen.“
Und wenn man länger außer Haus ist? „Frostschutz einstellen“, sagt Kollmeder. Eine Raumtemperatur von 18 Grad sei gut. „Die Wohnung sollte nicht komplett auskühlen.“ Außerdem empfiehlt er, wenn nachts die Heizung heruntergedreht ist, Rollladen oder Vorhänge zu schließen. „Die haben eine Dämmwirkung.“
■ Schimmel einfach vermeiden
Es gibt Stellen in Wohnungen und Häusern, die anfälliger für Schimmel sind als andere. Zum Beispiel der Bereich in der Ecke über einem Fenster. „Da schimmelt es gerne“, sagt der Kaminkehrer. Denn die Ecken der Außenwand, vor allem über Fenstern, sind kälter als der Rest des Raumes – dadurch entsteht Kondenswasser.
Außerdem sollten keine großen Möbelstücke an Außenwänden stehen. Und wenn es doch nötig ist, ein paar Zentimeter dazwischen frei lassen, damit die Luft zirkulieren kann. Für so etwas gibt es übrigens haufenweise Tipps und Tricks im Internet für Heimwerker. Etwa ein Regalbrett, das man zwischen Couch und Außenwand anbringt. So rutscht die Couch nicht nach hinten und es entsteht ein zusätzlicher Ablageort.
Lüften ist übrigens nicht nur im Bad wichtig: Mindestens einmal morgens und abends für jeweils drei bis fünf Minuten stoßlüften, empfiehlt der Profi. „Die Fenster sollten dabei ganz aufgerissen werden.“ Wichtig außerdem: die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer morgens rauslassen. Denn im Schlaf verlieren Menschen bis zu zwei Liter Flüssigkeit.
Kollmeder empfiehlt außerdem sogenannte Thermo-Hygrometer in den einzelnen Räumen. Die kleinen Geräte messen sowohl Temperatur als auch Luftfeuchtigkeit, die idealerweise zwischen 40 und 60 Prozent liegen sollte.
■ Häufige Fehler beim Heizen
Häufige Fehler seien Vorhänge vor dem Heizkörper oder Möbelstücke, sagt Kollmeder. Das beobachte er immer wieder. Sogenannte Konfektionsheizkörper ziehen von unten die kalte Luft ein und stoßen sie oben warm wieder aus. Steht etwas davor, gelangt die warme Luft nicht in den Raum. Es bleibt kühl, die Heizkosten steigen aber trotzdem.
Auch ein häufiger Fehler: zu wenig heizen. Denn kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Kollmeder: „Dadurch entsteht Schimmel. Vor allem im Bad.“ FRANZISKA WEBER