DAS PORTRÄT

Ein neuer Landtags-Chef für Ilse Aigner

von Redaktion

Peter Worm, Ilse Aigner und Andreas Kamml

Wo sie ist, ist er auch, und das seit über zwei Jahrzehnten. Andreas Kamml (47) hat Ilse Aigner durch fast alle Stationen ihrer Polit-Karriere begleitet, immer im Hintergrund, als Zu- und Mitarbeiter. Als sie Bundestagsabgeordnete war, schrieb er ihre Reden, als sie Bundesagrarministerin wurde, war er persönlicher Referent. Er wurde Büroleiter der dann Vize-Ministerpräsidentin, dann Chef des Leitungsstabs für die Landtagspräsidentin. Irgendwie ist es eine logische Personalie, die gestern das Präsidium des Parlaments aus CSU, FW, SPD und Grünen (ohne AfD) beschlossen hat. Kamml wird oberster Chef des Landtagsamts in Bayern. „Einmütig“, so betont Aigner, und auf ihren Vorschlag hin. „Er wird das meistern – mit der gebotenen parteipolitischen Neutralität.“ Eine Einschätzung, die auch in Oppositionskreisen geteilt wird.

Die Kandidatenliste, so ist zu hören, war kurz; die Anforderungsliste lang. Der Landtags-Amtschef führt 340 Mitarbeiter. Es ist keine Politiker-Aufgabe, aber eine für die Politik extrem wichtige Funktion: den Betrieb im Parlament zu sichern. Der Taufkirchener Kamml, geboren in Inzell, tritt dabei in große Fußstapfen. Er soll den hoch angesehenen Peter Worm ersetzen, der seit 40 Jahren im Landtag arbeitet und ihn intensiver kennt als jeder andere. Kein Wunder, seit 16 Jahren ist er Landtagsdirektor. Worm war dreimal, fast flehentlich, von Aigner gebeten worden, seinen Ruhestand zu verschieben. Drei Jahre verlängerte er, nun ist Ende August 2026 endgültig Schluss. Mit 68. Als mit Worms Verdienst gilt, den Landtag moderner, digitaler gemacht zu haben, ihn umzubauen zu einem der offensten, transparentesten Parlamente. Und das in ruppigen Phasen, darunter Abgeordneten-Affären und AfD-Eklats, mit großer Ruhe.

Die Übergabe Worm–Kamml soll genau so laufen: konzentriert, geordnet, ohne Hektik, mit einer Übergangsphase zwischen April und August. Der Landtag wäre damit stabil für die nächsten Jahre aufgestellt. Nur eine personelle Ungewissheit bleibt: Sollte Aigner selbst noch mal wechseln, da gäbe es ja 2027 ein freies Schlösschen in Berlin…CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

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