Ein Handy zeigt die Betrugswarnung des MVV. © privat
München – Der Münchner Verkehrsverbund hat den Verkauf des Deutschlandtickets gestern überraschend gestoppt. Kunden, die sich das Abo (58 Euro) über die App besorgen wollten, kamen nicht weiter – stattdessen sahen sie eine Warnung auf dem Display: „Aufgrund von Betrugsversuchen müssen wir leider den Kauf neuer Deutschlandtickets präventiv aussetzen“, hieß es etwa auf Mobiltelefonen. Der MVV hat monatlich rund 55 000 D-Ticket-Abonnenten.
Auf Nachfrage sagt eine MVV-Sprecherin: „Es gab Betrugsversuche mit gestohlenen Log-in-Daten, die an anderer Stelle beziehungsweise in anderen Systemen erbeutet wurden und nicht aus Verkaufssystemen des MVV stammen.“ Der MVV stehe in Kontakt mit den Ermittlungsbehörden der Polizei.
Die Betrugsversuche fielen speziell geschulten Mitarbeitern des MVV auf. Die prüften „neben den für Ticketshops gängigen Sicherheitsmechanismen“ auch täglich „manuell die Buchungen des Vortags, um mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu stornieren oder – wie im aktuellen Fall – die Kaufmöglichkeit über den Ticketshop vorübergehend stillzulegen.“
Ob und wie viele Kunden des MVV betroffen sind, sagte die Sprecherin nicht: „Sollten wir dabei feststellen, dass Kunden des MVV betroffen sind, werden diese umgehend von uns informiert.“ Der MVV stellte auch klar: „Bestehende Abos sind von den Einschränkungen nicht betroffen.“
Die MVV-Sprecherin warnt in dem Zusammenhang davor, nur ein Passwort für mehrere Dienste zu nutzen. Wann genau MVV-Kunden wieder an D-Tickets kommen, ist unklar. „Wir gehen davon aus, dass der Kauf von Deutschlandtickets im Laufe dieser Woche wieder möglich sein wird.“TG